Die Entfremdung der Deutschen von ihrem kulturellen Erbe

Der Fernsehsender 3sat strahlte in seiner Sendung „kulturzeit“ im Januar 2012 ein Interview mit dem russischen Regisseur Alexander Sokurov aus.

Sokurov erhielt für seine im Jahr 2011 fertiggestellte Faustverfilmung den Goldenen Löwen der 68. Internationalen Filmfestspiele von Venedig.

Obwohl Sokurov selbst nicht, bzw. nur rudimentär deutsch spricht, ließ er den Film in deutscher Sprache drehen.

Im Gespräch mit 3Sat gibt der Regisseur sowohl erstaunliches als auch beachtenswertes von sich.

2012-01-12-3sat_kulturzeit_vision_und_traumbild_alexander_sokurows_faust_film-b

(Quelle: www.3sat.de/kulturzeit; 12.01.2012)

 

2012-01-12-3sat_kulturzeit_vision_und_traumbild_alexander_sokurows_faust_film-2

(Quelle: www.3sat.de/kulturzeit; 12.01.2012)

 

Auszug aus dem Interview:

(04:22) Die deutsche Sprache ist eine Errungenschaft der Zivilisation, sie ist ein Schatz, der der ganzen Menschheit gehört. Es ist so unglaublich viel Bedeutendes in deutscher Sprache gedacht und formuliert worden.

Leider ist die deutsche Geschichte tragisch verlaufen, deshalb ist Deutschland nach dem Krieg gedemütigt und die deutsche Sprache aus dem Bewusstsein der Welt getilgt worden.

Aber für mich ist deutsch mehr als eine Sprache. Es ist Charakter, Atmosphäre, Emotion. Deutsche Schauspieler können Emotionen ausdrücken wie nirgendwo sonst auf der Welt. Sie artikulieren anders, weil die Sprache eine andere Seele hat. Sie ist ein Stück Zivilisation

(05:36) Ich liebe Deutschland, und komme gerne hierher. Aber die Deutschen müssen endlich damit aufhören, ihre nationale Kultur mit Füßen zu treten. Wenn die Deutschen das nicht schaffen, ist meine letzte Hoffnung für Europa dahin.

Ich glaube, die Deutschen haben einfach noch nicht verstanden, welche ungeheure Bedeutung das deutsche Kulturerbe für sie selbst, und für die ganze Welt hat. Ich kann mir diese Missachtung nur so erklären: Deutschland hat es noch nicht vollständig kapiert, wie wichtig seine Kultur für die gesamte zivilisierte Welt ist.

Ich habe das Gefühl, dass die Deutschen sich davor fürchten, über ihre nationale Kultur zu reden. Aber was ist Deutschland ohne seine Kultur, seine Kunst, seine Sprache? Was bleibt dann? Was ist das für ein Volk, das seiner eigenen Kultur den Rücken kehrt?

Jede Region in Deutschland hat ihre eigene Auffassung von Kultur. Das ist gefährlich. Ich sehe weder im Fernsehen, noch im Museum, noch im Theater, die Liebe zur nationalen deutschen Kultur, so als hätten die Deutschen Angst davor. Aber  wovor haben sie denn Angst?

(Alexander Sokurov im Interview mit 3sat, 12.01.2012)

 

2013 lief eine erfolgreiche deutsche Filmkomödie mit dem Titel „Fack Ju Göhte“ in den deutschsprachigen Kinos. Es handelt sich hierbei wohl nur um einen kleinen Schabernack, dessen Macher wohl keineswegs böse Absichten hegten. Aber es zeigt meines Erachtens dennoch wie tief wir als Deutsche bereits auf den Hund gekommen sind.

fack_ju_goethe

(Quelle: de.web.img.jpg)

 

Wie heisst es im Header des 3sat-Artikels?

Ausgerechnet ein Russe [sic!] habe die Bibel der Deutschen verfilmt und lese ihnen nun die Leviten. Blicken wir also nach Russland.

Die olympischen Winterspiele 2014 in Sotschi wurden mit einer eindrucksvollen künstlerischen Darbietung eröffnet.

Nachfolgend bette ich ein YouTube-Video dieser Eröffnungsfeier ein (Dauer: 3 Stunden und 4 Minuten), um anschliessend ein paar Standbilder daraus zu zeigen.

Das YouTube-Video:

 

Ab 01:30:00 wird ein Film eingespielt, der die Geschichte der russischen Nation darstellt. Vom griechisch-oströmisch-byzantischen Erbe, über die ersten slawischen Siedler, die das Land urbar machten, hin zu schwedischen Wikingern (Warägern), die im 10. Jahrhundert den Grundstein legten zum Kiewer Rus, dem gemeínsamen Vorläuferstaat von Russland, Weissrussland und der Ukraine.

Schliesslich über Ivan den „Schrecklichen“  und Peter den Großen hin zum modernen Russland.

2014-02-00-sotchi-01

2014-02-00-sotchi-02

2014-02-00-sotchi-03

2014-02-00-sotchi-05

2014-02-00-sotchi-06

 

Die Waräger:

2014-02-00-sotchi-07

 

Iwan „der Schreckliche“

2014-02-00-sotchi-08

2017_01_08_14_19_49_iwan_iv-_russland_wikipedia

(Quelle: wikipedia.de)

 

Peter der Große:

2014-02-00-sotchi-09-a

2014-02-00-sotchi-09-b

 

Russland im ausgehenden 19. Jahrhundert, (die Zeit Tolstois, Dostojewskis, Tschaikowskis …)

2014-02-00-sotchi-10

 

Die Sowjetunion in den 1930er Jahren:

2014-02-00-sotchi-11

 

Die Sowjetunion um 1960:

2014-02-00-sotchi-12

 

Das Russland von heute:

2014-02-00-sotchi-13-b

 

Anschliessend wurde dem Publikum im Eissstadion und an den Fernsehbildschirmen eine spektakuläre Live-Show dargeboten, bei der unter anderem verschiedene Szenerien auf die Eisfläche und Lichtskulpturen in den Raum projeziert wurden.

2014-02-00-sotchi-14

2014-02-00-sotchi-15

2014-02-00-sotchi-15-ba

 

Ein blondes Mädchen steigt auf Artistenhänden empor:

2014-02-00-sotchi-15-b

 

Hier wieder Peter der Große, der die russische Flotte ausbauen und St. Petersburg gründen liess.

2014-02-00-sotchi-15-c

2014-02-00-sotchi-15-d

 

Der historische Stadtplan von Sankt Petersburg wurde – wie alle anderen Szenenbilder auch – plastisch auf der Eisfläche dargestellt.

2014-02-00-sotchi-15-e

 

Das international renommierte Bolschoi-Theater führte sodann Szenen aus Tolstois weltberühmten Epos „Krieg und Frieden“ auf. Untermalt wurden diese Darstellungen mit Musik von Tschaikowski.

(Es wurden vorher bereits die grossen russischen Literaten Puschkin und Dostojewski gezeigt)

2014-02-00-sotchi-16

2014-02-00-sotchi-17a

2014-02-00-sotchi-17-c

 

Das moderne Russland hat sich mit dieser prächtigen und farbenfroh inszenierten Eröffnungsfeier der zusehenden Weltöffentlichkeit – und auch den zusehenden Russen! – als Kulturnation von Weltrang präsentiert, man könnte auch sagen in Erinnerung gerufen.

Die historischen Wurzeln des europäischen Russlands wurden selbstbewusst und dennoch charmant dargestellt. Zudem wurden stolz die Beträge russischer Künstler gezeigt, die zu den Glanzpunkten europäisch abendländischer Kultur zu zählen sind: Tolstoi, Tschaikowski, Dostojewski etc.

Schwer vorstellbar, dass das offizielle Deutschland eine ähnliche Feier hätte zelebrieren können (oder wollen), bei der die 1000jährige Geschichte Deutschlands, sowie bedeutende Werke deutscher Dichter, Denker und Komponisten positiv und mit Freude präsentiert worden wären.

Zum Zeitpunkt dieser Darbietung, Anfang Februar 2014 war die Krise in der Ukraine schon seit ein paar Monaten am Köcheln, freilich ohne bereits explodiert zu sein. Für mich waren diese Feierlichkeiten auch als Zeichen an die Menschen der Länder der EU (nicht zuletzt Deutschland) gerichtet. Seht her: wir bewohnen nicht nur die selbe Landmasse, sondern unsere Länder haben über die letzten Jahrhunderte hinweg gemeinsame kulturelle Pfade beschritten. Es gibt weitaus mehr verbindendes als trennendes zwischen unseren Ländern.

Die Eröffnungsfeier wurde live im ZDF übertragen und gemeinsam von Wolf-Dieter Poschmann und Anne Gellinek moderiert. Wobei was heißt hier „moderiert“? Die Darbietungen schienen das Moderatorengespann nicht sonderlich zu interessieren, stattdessen wurde keine Gelegenheit ausgelassen gegen das Gastgeberland und dessen Präsidenten Stimmung zu machen (Stichwort: „Putins Spiele“).

Da wurde beispielsweise lieber über „Pussy Riot“ schwadroniert, als sich um das eigentlich zu kommentierende Geschehnis groß zu kümmern und den deutschen Zusehern näherzubringen. Es war schmachvoll und für mich als deutschen Patrioten und überzeugten Europäer (nicht zu verwechseln mit Anhänger der EU) schlichtweg eine Schande mit welch verbalem Dreck diese feierliche Zeremonie überzogen wurde.

Als ob das Moderatorengespann einen Auftrag erhalten hätte, Russland so negativ wie nur irgend möglich erscheinen zu lassen.

Frau Gellinek war von 2008 bis 2014 Leiterin des ZDF-Studios in Moskau, seit Januar 2015 führt sie nun das Brüsseler ZDF-Studio. Wie alle ARD/ZDF-Journalisten, die für eine leitende Position nach Moskau geschickt werden, wurde sie vorher transatlantisch gebrieft. In diesem Zusammenhang ist auch einzuordnen, dass Anne Gellinek im Jahr 1994 ein Stipendium des „Arthur F. Burns Fellowship“-Programms erhielt.

Das Programm wurde 1988 gegründet, um das Verständnis deutscher Journalisten von den USA und den transatlantischen Beziehungen zu stärken. Seit 1990 ist es ein Austauschprogramm zwischen beiden Staaten. Absicht des Trägers IJP (Anm.: International Journalist Programme) ist es, vielversprechende Journalisten zu fördern.

(Quelle: wikipedia.de/Arthur_F._Burns_Fellowship)

 

Ausgewählte Stipendiaten:

1988: Mathias Döpfner, Vorstandsvorsitzender von Axel Springer und Präsident des  Bundesverbandes Deutscher Zeitungsverleger.

1993: Nikolaus H. Blome, stellvertretender Chefredakteur der Bild-Zeitung und verantwortlich für das Politik- und Wirtschaftsressort. Zuvor war er von 2013 bis 2015 als Leiter des Hauptstadtbüros Mitglied der Chefredaktion des Nachrichtenmagazins Der Spiegel.

(Quelle: wikipedia.de/Arthur_F._Burns_Fellowship)

 

In diesem Sinne wäre die Ablehnung Russlands von transatlantisch imprägnierten bundesdeutschen Journalisten rein als ein geopolitischer Akt zu betrachten. Gezielt geförderte und auf einflussreiche Positionen gehobene Journalisten propagieren – zum Teil bewusst, zum Teil unbewusst – in ihren Medien die Interessen ihrer Förderkreise. Derart wird mitgeholfen ein Axiom der imperialen US-Aussenpolitik umzusetzen.

(Wobei die allermeisten Journalisten die Westbindung der BRD in einem solchen Maß verinnerlicht haben dürften, dass sie sich gar nicht groß verstellen müssen. Berufskollegen hingegen, bei denen diese innere Bindung weniger stark ausgeprägt ist, machen in der Regel keine große Karriere.)

George Friedman, der Gründer des privaten Nachrichtendienstes STRATFOR, auch bekannt unter dem Namen Schatten-CIA, äußerte sich anlässlich eines Gastvortrages beim Chicago Council on Global Affairs  am 4. Februar 2015 folgendermaßen zu diesem Grundpfeiler US-Amerikanischer Außenpolitik:

(01:38) … the primordial interest of the Unites States over which we for centuries have fought wars, the first second and cold war has been the relationship between Germany and Russia. Because united they are the only force that could threaten us and to make sure that that doesn’t happen…

(10:24)  For the United States, the primordial fear is… German technology and German capital, Russian natural resources and Russian manpower… the only combination that has for centuries scared the hell out of the United States.

(Quelle: George Friedman, 04.02.2015)

 

Allerdings meine ich, dass die Ursachen für die übel gehässigen Kommentare des deutschen Moderatorenduos, sowie dem Gros der Mainstreamjournalisten, tiefer liegen als allein in der vordergründig rational politischen Ebene.

Russische Fernsehkommentatoren hätten sich bei umgekehrten Vorzeichen wohl niemals zu solch unhöflich boshaften Äußerungen hinreißen lassen. Allein schon aus Gründen des Respektes, der Höflichkeit und letztlich des Anstandes. Zudem ist im intellektuellen Russland die Wertschätzung gegenüber den Kulturleistungen, die Deutsche hervorgebracht haben ausgeprägt und aufrichtig.

Der wichtigste Punkt aber weshalb russische Fernsehmenschen deutlich würdevoller eine vergleichbare deutsche Eröffnungsfeier begleitet hätten, liegt darin begründet, dass Russen positiv auf ihre Geschichte und ihre Kultur blicken. Dieser positive Blick auf Geschichte und Kultur wird durchaus auch anderen Ländern zugebilligt, mehr noch: im Besonderen Falle Deutschlands äußern Russen mitunter vollständige Unverständnis, wenn sie erfahren, wie gering die Deutschen von heute selbst auf Ihre Geschichte und auf die kulturellen Errungenschaften ihrer Vorfahren blicken.

Das bundesdeutsche Establishment in den etablierten Medien hat allerdings alles andere als ein ungetrübt positives Verhältnis zur deutschen Kultur. Allein die gemeinsame Verwendung der Begriffe deutsch und Kultur wird tunlichst vermieden.

Nach deren Lesart gibt es zumeist einen direkten Strang der, angefangen von Martin Luther als Schöpfer der deutschen Schriftsprache über die deutsche Romantik direkt zu Adolf Hitler führt.

Jedes Reden über deutsche Kultur müsse somit immer Auschwitz mit einbeziehen.

Nach Auschwitz ein Gedicht zu schreiben, ist barbarisch!

Theodor W. Adorno, Hauptvertreter und Vordenker der Frankfurter Schule

 

Adorno und die Frankfurter Schule übten auf die 68er Studentenbewegung einen enormen Einfluß aus. In diesem Zusammenhang ist dann folgender Slogan der 68er auch nicht weiter verwunderlich.

Schlagt die Germanistik tot – färbt die blaue Blume rot!

Slogan der 68er Studentenbewegung

 

Die Blaue Blume war ein zentrales Symbol der Deutschen Romantik und symbolisiert darin Sehnsucht, Liebe und das Streben nach dem Unendlichen. Die Blaue Blume ist gewissermassen ein Sinnbild deutscher Kultur in seiner Hochphase.

„Was ihn aber mit voller Macht anzog, war eine hohe lichtblaue Blume, die […] ihn mit ihren breiten, glänzenden Blättern berührte. Rund um sie her standen unzählige Blumen von allen Farben, und der köstliche Geruch erfüllte die Luft. Er sah nichts als die blaue Blume, und betrachtete sie lange mit unnennbarer Zärtlichkeit. Endlich wollte er sich ihr nähern, als sie auf einmal sich zu bewegen und zu verändern anfing; die Blätter wurden glänzender und schmiegten sich an den wachsenden Stängel, die Blume neigte sich nach ihm zu, und die Blütenblätter zeigten einen blauen ausgebreiteten Kragen, in welchem ein zartes Gesicht schwebte. Sein süßes Staunen wuchs mit der sonderbaren Verwandlung, als ihn plötzlich die Stimme seiner Mutter weckte […]“

(Quelle: Novalis im Romanfragment Heinrich von Ofterdingen)

 

In Wikipedia heisst es zu den Wurzeln der Frankfurter Schule recht harmlos:

Vor dem historischen Hintergrund des Scheiterns der Revolutionen der Arbeiterbewegung nach dem Ersten Weltkrieg und des Aufstiegs des Nationalsozialismus in einer zivilisierten Nation begannen Horkheimer und Adorno die Marx’schen Gedanken daraufhin zu untersuchen, inwiefern sie zur Analyse von sozialen Verhältnissen geeignet seien, wie sie zu Marx’ Lebzeiten noch nicht bestanden hatten.

(Quelle: wikipedia.de/Frankfurter Schule)

 

Offenbar waren diese „linken“ Vordenker enttäuscht darüber, dass im ersten Weltkrieg, bzw. nach dessen Ende die Weltrevolution ausblieb.

Mehr noch, diese marxistischen Intellektuellen waren insbesonders enttäuscht vom west- und mitteleuropäischen Proletarier, dem einst von Marx als Träger der Weltrevolution ausgemachten Subjekt. Denn die Arbeiter in den westlichen Industriestaaten hatten sich im ersten Weltkrieg und danach mit ihren Nationen, ihren Völkern, kurz mit ihrer Heimat identifiziert und nicht mit ihren internationalen Klassengenossen. Die erhoffte Weltrevolution blieb also aus.

Diese Bande galt es also zu überwinden, sprich das kulturelle Gerüst einer jeden Gesellschaft: Sprache, Religion, das Bild der Familie, Geschlechterrolle, Kindererziehung, etc. aufzulösen.

Darüber hinaus wurde der Proletarier als Träger (Auslöser und Umsetzer) der Weltrevolution durch Anhänger von ethnischen, religiösen und sexuellen Minderheiten ersetzt.

Daher ging der Fokus vermeintlich linker Bewegungen folgerichtig weg von den Sorgen und Nöten der Industriearbeiter hin zu den Belangen oben genannter Minderheiten. Deren Wohlergehen steht seither über allem anderen.

Und das erklärt auch die hasserfüllten Kommentare westlicher Lohnschreiber in Richtung Russland.

Das Russland von heute versucht selbstbewusst seinen eigenen Weg zu gehen, sich nicht komplett globalisieren, sprich amerikanisieren zu lassen.

Das traditionelle Familienbild und das orthodoxe Christentum werden hochgehalten, wie auch die russische Kultur und die russische Sprache. Masseneinwanderung aus Nordafrika und dem Nahen Osten wird hingegen abgelehnt.

Es ist kaum vorstellbar, dass ein linker Spitzenpolitiker in der BRD heutzutage ähnliches von sich geben würde wie einst Ernst Thälmann:

Mein Volk, dem ich angehöre und das ich liebe, ist das deutsche Volk; und meine Nation, die ich mit großem Stolz verehre, ist die deutsche Nation. Eine ritterliche, stolze und harte Nation. […]

Ich bin Blut vom Blute und Fleisch vom Fleische der deutschen Arbeiter und bin deshalb als ihr revolutionäres Kind später ihr revolutionärer Führer geworden.

(Quelle: wikiquote; Ernst Thälmann: Antwort auf Briefe eines Kerkergenossen, Berlin 1961, S. 73; Vorsitzender der KPD von 1925 bis zu seiner Verhaftung im Jahr 1933)

 

Auf YouTube gibt es ein interessantes Video zum Thema:

„Zerfall der Gesellschaft | Die Geschichte der „Political Correctness“ | Frankfurter Schule“

 

Der spanische Diplomat und Schriftsteller Salvador de Madariaga (1886 – 1978) war ein Kenner Europas.

salvador_de_madariaga_wikipedia-01

(Quelle: wikipedia.de)

 

  • 1927: Professor in Oxford
  • 1931: Botschafter in Washington
  • 1932: Botschafter in Paris
  • 1949: Co-Gründer des Europa-Kollegs in Brügge

 

salvador_de_madariaga_wikipedia-03

(Quelle: wikipedia.de)

 

Salvador de Madariaga gab 1953 folgende ertaunliche Einschätzung zu Deutschlands Bedeutung für Europa ab:

Deutschland bildet das Herzstück Europas, ist im Mittelpunkt seines Körpers, am Gipfel seines Geistes, in den innersten Räumen seines bewussten und unbewussten Wesens: die Quelle seiner erhabensten Musik, Philosophie, Naturwissenschaft, Geschichte, Technik – sie alle sind undenkbar ohne Deutschland. Wenn Deutschland fällt, so fällt Europa. Wenn Deutschland verrückt wird, so wird auch Europa verrückt. Die moralische Gesundheit des deutschen Volkes ist eine der Hauptbedingungen für die moralische Gesundheit Euro­pas, ja für seine Existenz selbst.

(Quelle: Salvador de Madariaga: Porträt Europas; Stuttgart 1953, S. 128; nach fassadenkratzer.wordpress.com; Hervorhebungen von mir)

Schlagwörter: , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , ,

About valjean72

Ein Ostbayer in der Westschweiz Als gebürtiger und bekennender Oberpfälzer, der einst in Sachsen studierte, lebe ich nun mehr seit einigen Jahren im französischsprachigen Teil der Schweiz, in der Romandie. Ich hatte mich seinerzeit bewusst für diese Schweizer Region entschieden, da ich meine Französischkenntnisse auch beruflich anwenden und letztlich ausbauen wollte. Der Anlass zu diesem Blog lässt sich unschwer an meinen Beiträgen und auch am Gründungsdatum ablesen. Maßlos enttäuscht über die Berichterstattung in unseren etablierten Medien, Russland und die Ukraine betreffend - eine Berichterstattung, welche sich mir zunehmend als konzertiert propagandistisch darstellte - entschloss ich mich einen Blog anzulegen (dass meine Frau russisch spricht und vor nicht all zu langer Zeit ein Jahr auf der Krim verbrachte, hat sicherlich dazu beigetragen mich speziell für dieses Thema zu sensibilisieren). Der Hauptaspekt liegt für mich darin, alle Informationen und weiterführenden Links, die ich bisher für das Verfassen von Leserkommentaren (zumeist bei ZEIT-Online) im Internet fand, an einem Ort zu bündeln, um schnellen Zugriff darauf zu haben. Daneben ist es mir auch wichtig, dass mir nahestehende Menschen einen Einblick über Dinge bekommen, die mich bewegen und wie im Falle der Ukrainekrise auch von enormer Bedeutung für die zukünftige Entwicklung auf unserem Kontinent sind.

3 responses to “Die Entfremdung der Deutschen von ihrem kulturellen Erbe”

  1. Roger J. Zamofing BBA says :

    Lieber Alexander Sokurov, ich hoffe, Sie können einen deutschen Text lesen und bekommen meine Botschaft irgendwie.

    Sie sollten unbedingt einen Film über den Unterschied zwischen WIRKLICHKEIT und REALITÄT drehen, denn in diesem KATEGORIEFEHLER, den man so nur in dieser Sprache überhaupt beschreiben kann, liegt die ganze, restliche HOFFNUNG der noch realen Menschen. Es genügt nämlich nicht, nur die Entfremdung der Deutschen von ihrem kulturellen Erbe zu thematisieren, ohne daraus wirklich und konkret etwas zu lernen. Das Deutsche Vorurteil ist wahrhaft zerstörerisch, das der Schweiz z.B. illusorisch selbstzerstörerisch und darauf kann man die Funktionsprinzipien zunächst jeder Person, Familie, Stadt, Region und Nation aufbauen resp. VERSTEHEN. Wir Menschen HABEN und SIND ein FUNKTIONALES KONZEPT (DNA/DNS), nur war es bequemer, uns alle für UNMÜNDIG zu erklären, was ja den Zaren in Ihrem Land sehr gut gelang, weil es die Russische Seele so brauche. Doch nur die ‚Kirchen‘ irren, den Gott hat nirgendwo ABFALL geschaffen in der NATUR und auch bei uns hat er nicht gepfuscht, so dass wir Stellvertreter auf Erden bräuchten, die uns nach deren Gusto mit versteckter Absicht Anleiten, in die Irre führen und uns das mangelnde Rückgrat ersetzen.

    Dies mit den notwendigen, neuen GRUNDLAGEN (existieren jedoch schon seit 1979, werden aber immer noch von mächtigen Gegnern verdrängt) in einem Film mit realen, lebenden Menschen, die sich dann tatsächlich selbst verkörpern oder eine jeweils historisch bekannte und gut dokumentierte Person.

  2. teutoburgswaelder says :

    Sehr richtig, über Entfremdung der Deutschen von ihrer eigenen Kultur zu reden, die Vorgänge aber nicht ändern oder zumindest beeinflussen zu können, ist irgendwie…. nicht angenehm.

    Auf meinem blog habe ich dem Thema Kulturverfall/Frankfurter Schule ein paar Artikel gewidmet; Resonanz beim dummen Michel: Null.

    Das Restvolk ist für so etwas nicht mehr aufnahmefähig. So weit ist es leider gekommen.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: