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Von historischen Zeitungsmeldungen, Gräuelpropaganda und einer magischen Zahl

ERSTER TEIL:

Der Kongress der Vereinigten Staaten verfügt über eine eigene Bibliothek. Auf deren Internetseite sind historische Tageszeitungen aus der Zeit von 1789 bis 1924 einsehbar.

Unter anderem auch die Ausgabe der einstigen New Yorker Zeitung „The Sun“ vom 6. Juni 1915.

 

Bild 49 zeigt die Startseite der fünften Sektion dieser Ausgabe. Beinahe die ganze Seite wird von einem einzigen Artikel mit folgendem Titel eingenommen:

Horrors Worse Than Kishineff Charged Against Russia To-day

Russland wird heute beschuldigt schlimmere Gräuel als Kischinew* zu begehen

*Kischinew ist der alte Name von Chişinău, der Hauptstadt des heutigen Moldawiens. Im April 1903 fand in dieser Stadt ein Pogrom statt, bei dem gemäß Wikipedia 47 – 49 yüdische Bürger den Tod fanden.

 

 

Der Artikel wurde von einem gewissen Herman Bernstein verfasst und er schreibt darin, dass 6 Mio. Yuden (Anm.: das wurde von mir bewußt so codiert geschrieben) im Russischen Zarenreich tödlich bedroht wären.

 

6 Mio. Yuden, die Hälfte des yüdischen Volkes weltweit, werden verfolgt, gejagt, gedemütigt, gefoltert und ausgehungert. Tausende von ihnen wurden abgeschlachtet.

Hunderttausende von Yuden, alte Männer, Frauen und Kinder, werden gnadenlos von Stadt zu Stadt getrieben.

(Herman Bernstein, The Sun, 6. Juni 1915)

 

 

Auf YouTube wurde vor ein paar Jahren ein Video hochgeladen, in welchem ein englischer Muttersprachler – dem Akzent nach zu urteilen, ein Ire oder ein Schotte – zehn historische Zeitungsartikel (aus dem Zeitraum von 1915 bis 1938) abfilmt.

All diesen Artikeln ist gemein, dass die Zahl 6 Mio. in Zusammenhang mit Yudenverfolgung, bis hin zu „Ausrottungsabsichten“ thematisiert wird.

Mittlerweile gibt es von diesem Video mehrere Versionen und ich hab mir eine mit deutschen Untertiteln heruntergeladen. Diese deutsche Übersetzung ist alles andere als perfekt, sie wurde möglicherweise direkt von einem Übersetzungsprogramm erstellt und 1:1 übernommen, aber sie hilft die Kernaussagen, der jeweils vorgestellten Passagen zu verstehen, wenn man des Englischen nicht mächtig ist.

Der erste Zeitungsbericht, der in diesem Video vorgestellt wird, ist der eben Besprochene von „The Sun“ vom 6. Juni 1915.

 

1. The Sun of New York vom 6. Juni 1915

1915-06-05 The sun 01

(YouTube-Video: The Sun of New York; 6. Juni 1915)

 

Die Titelseite der fünften Sektion:

1915-06-05 The sun 02

(YouTube-Video: The Sun of New York; 6. Juni 1915, fifth section)

 

1915-06-05 The sun 03

(YouTube-Video: The Sun of New York; 6. Juni 1915; fifth section)

 

 

1915-06-05 The sun 05

(YouTube-Video: The Sun of New York; 6. Juni 1915; fifth section)

 

 

2.  New York Times vom 18. Oktober 1918

1918-10-18 NYT 01

(YouTube-Video: New York Times; 18. Oktober 1918)

 

1918-10-18 NYT 02

(YouTube-Video: New York Times; 18. Oktober 1918; PDF)

 

1918-10-18 NYT 03

(YouTube-Video: New York Times; 18. Oktober 1918; PDF)

 

1918-10-18 NYT 04

(YouTube-Video: New York Times; 18. Oktober 1918; PDF)

 

Diesen Artikel habe ich von der Internetseite der New York Times als PDF-Datei herunterladen können (wie übrigens alle weiteren Artikel dieser Zeitung, die im Video zitiert werden):

1918-10-18 NYT $1,000,000,000 fund ton rebuild to jewry

(New York Times; 18. Oktober 1918, PDF)

 

Mitglieder dieses Komitees waren neben anderen Personen auch Felix M. Warburg, Nathan Straus, Henry Morgenthau Senior und Rabbi Stephen Samuel Wise. Speziell auf die beiden letzteren werden wir später noch näher eingehen.

 

3.  New York Times vom 8. September 1919

1919-09-08 NYT 01

(YouTube-Video: New York Times; 8. September 1919)

 

1919-09-08 NYT 01b Seite 6

(YouTube-Video: New York Times; 8. September 1919; Seite 6;  PDF)

 

1919-09-08 NYT 02

(YouTube-Video: New York Times; 8. September 1919; Seite 6;  PDF)

 

Diese Tatsache, dass die Bevölkerung von 6.000.000 Seelen in der Ukraine und in Polen mündlich und durch Handlungen (Taten) darüber in Kenntnis gesetzt wurde, dass sie komplett ausgerottet werden wird.

(New York Times; 8. September 1919; PDF)

 

1919-09-08 NYT 04

(YouTube-Video: New York Times; 8. September 1919; Seite 6; PDF)

 

Herman Bernstein, der Verfasser des obigen Artikels von „The Sun“ ist hier ebenfalls mit von der Partie.

1919-09-08_NYT_Ukrainian_Jews_aim_to_stop_pogroms_Herman_Bernstein.pdf_Foxit_R
(New York Times; 8. September 1919, PDF)

 

4.  New York Times vom 12. November 1919

1919-11-12 NYT 01

(YouTube-Video: New York Times; 12. November 1919)

 

Auf Seite 7 dieser Ausgabe wurde ein Artikel des einflussreichen Bankiers Felix M. Warburg veröffentlicht:

1919-11-12 NYT 02 page 7

(YouTube-Video: New York Times; 12. November 1919; Seite 7; PDF)

 

1919-11-12 NYT 03 page 7

(YouTube-Video: New York Times; 12. November 1919; Seite 7; PDF)

 

 

5.  Atlanta Constitution vom 23. Februar 1920

1920-02-23 Atlanta Constitution 01

(YouTube-Video: Atlanta Constitution; 23. Februar 1920)

 

Seite 3:

1920-02-23 Atlanta Constitution 02 seite 3

(YouTube-Video: Atlanta Constitution; 23. Februar 1920; Seite 3)

 

1920-02-23 Atlanta Constitution 03 seite 3

(YouTube-Video: Atlanta Constitution; 23. Februar 1920; Seite 3)

 

… Hunger und Leiden der 6 Mio. Yuden, die in Osteuropa und in Palästina leben.

(Atlanta Constitution; 23. Februar 1920; Seite 3)

 

1920-02-23 Atlanta Constitution 04 seite 3

(YouTube-Video: Atlanta Constitution; 23. Februar 1920; Seite 3)

 

6.  New York Times vom 7. Mai 1920

Autor: Nathan Straus

1920-05-07 NYT 01

(YouTube-Video: New York Times; 7. Mai 1920)

 

1920-05-07 NYT 02

(YouTube-Video: New York Times; 7. Mai 1920; PDF)

 

1920-05-07 NYT 03 - Kopie

(YouTube-Video: New York Times; 7. Mai 1920; PDF)

 

Der Fonds für jüdische Kriegsleidende in Mittel- und Osteuropa, wo sechs Millionen schrecklichen Bedingungen wie Hungersnot, Krankheit und Tod gegenüberstehen, wurde gestern durch einen Beitrag über 100.000 Dollar von Nathan Straus angereichert. Rabbi Stephen S. Wise verkündete diese Gabe anlässlich der Versammlung von Gestern Nachmittag […]

(New York Times; 7. Mai 1920; PDF)

 

1920_05_07_jewish_war_aid_gets_c2a7100000_gift - Kopie

(New York Times; 7. Mai 1920; PDF)

 

 

7.  New York Times vom 20. Juli 1921

1921-07-20 NYT 01

(YouTube-Video: New York Times; 20. Juli 1921)

 

1921-07-20 NYT 02 seite 2

(YouTube-Video: New York Times; 7. Mai 1921; Seite 2; PDF)

 

Russlands 6.000.000 Yuden sehen sich mit der Vernichtung durch Massaker konfrontiert.

(New York Times; 7. Mai 1921; Seite 2; PDF)

 

1921-07-20 NYT 03 seite 2

(YouTube-Video: New York Times; 7. Mai 1921; Seite 2; PDF)

 

8.  The Gazette of Montreal vom 20. September 1931

Autor: Rabbi Stephen Samuel Wise

1931-12-29 The Gazette of Montreal 01

(YouTube-Video: The Gazette of Montreal; 29. Dezember 1931)

 

1931-12-29 The Gazette of Montreal 02 seite 6

(YouTube-Video: The Gazette of Montreal; 29. Dezember 1931; Seite 6)

 

1931-12-29 The Gazette of Montreal 03 seite 6

(YouTube-Video: The Gazette of Montreal; 29. Dezember 1931)

 

1931-12-29 The Gazette of Montreal 04 seite 6

(YouTube-Video: The Gazette of Montreal; 29. Dezember 1931)

 

Wie bereits weiter oben angekündigt, nun ein kleiner Exkurs zu Rabbi Stephen Samuel Wise:

 

 

Zu dieser Deklaration ist folgendes auf Wikipedia festgehalten:

 

Mit „Mobilisierung zusätzlicher Ressourcen während des Krieges“ ist nichts anderes gemeint als der Kriegseintritt der USA, bei vollem Einsatz ihres militärisch-industriellen Potentials. Eben dieses wurde der Britischen Regierung von den einflussreichen Zionisten in Aussicht gestellt: sie würden dafür sorgen, dass die Vereinigten Staaten voll in den europäischen Krieg eingreifen und diesen dadurch für England und Frankreich gewinnen würden. Im Gegenzug musste sich England verpflichten, ihnen – nach der Zerschlagung des Osmanischen Reiches – Palästina zu überlassen.

Angesichts der zunehmenden Erschöpfung der europäischen Kriegsteilnehmer und dem Wegfall der Ostfront durch die russische Oktoberrevolution, wäre es den verbliebenen Großmächten unter den Alliierten, sprich: Großbritannien und Frankreich, aller Voraussicht nach nicht gelungen das Deutsche Kaiserreich niederzuringen.

Im Gegenteil, die frei gewordenen deutschen Kräfte im Osten wurde Ende 1917 an die Westfront geworfen und veränderten dadurch das Gleichgewicht im Westen zugunsten Deutschlands.

Lord Balfour, seines Zeichens britischer Außenminister, war lediglich der Unterzeichner, ausgearbeitet und angefertigt wurde dieses Schriftstück von mehreren einflussreichen Zionisten. Neben Rabbi Stephen Samuel Wise auch von Chaim Weizmann, Leon Simon und anderen.

 

Nachfolgend eine zeitgenössische Abbildung Lord Balfours, sowie die an Lord Rothschild adressierte „Balfour-Deklaration“:

 

 

Bei den „Friedensverhandlungen“ 1919 in Versailles pochte die anwesende „yüdische“ Delegation schließlich mit diesem Dokument darauf über Palästina verfügen zu dürfen.

Es soll hierbei nicht vergessen werden, dass Deutschland den Alliierten im Dezember 1916 – sprich in der zeitlichen Mitte des Kriegs und zwei Jahre vor dessen Ende – ein Friedensangebot unterbreitete, welches diese letztlich ausschlugen.

1916-12-13 Friedensangebot_der_Mittelmächte.pdf_Foxit_Reader

(Frankfurter Zeitung vom 13. Dezember 1916; PDF)

 

(In meinem letzten Blogbeitrag hatte ich bereits Belege angeführt, dass Deutschland, entgegen der offiziellen Geschichtsschreibung, mitnichten die Hauptverantwortung dafür trägt, dass es zum Ersten Weltkrieg kam, s. hier)

Abschließend in diesem Zusammenhang noch der Auszug eines Gesprächs Balfours mit dem US-Diplomaten Henry White aus dem Jahre 1907:

BALFOUR: „Wir sind wahrscheinlich Narren, dass wir keinen Grund finden, um Deutschland einen Krieg zu erklären, bevor es zu viele Schiffe baut und uns unseren Handel wegnimmt.“

WHITE: „Sie sind im Privatleben ein Mann von edler Gesinnung. Wie können Sie etwas so politisch Unmoralisches in Erwägung ziehen, wie einen Krieg gegen eine harmlose Nation zu provozieren, die ein ebenso gutes Recht auf eine Marine hat, wie Sie es haben? Wenn Sie in Wettbewerb mit dem deutschen Handel treten wollen, dann arbeiten Sie härter.“

BALFOUR: „Das würde bedeuten, dass wir unseren Lebensstandard absenken müssen. Vielleicht wäre es einfacher für uns, einen Krieg zu führen.“

WHITE: „Ich bin schockiert, dass es unter allen Männern (Menschen) gerade Sie sein sollten solche Prinzipien auszusprechen.”

BALFOUR: „Ist es eine Frage von richtig oder falsch? Vielleicht ist es einfach eine Frage der Beibehaltung unserer Vorherrschaft.”

(Quelle: Allan Nevins, „Henry White – Thirty Years of American Diplomacy“, New York: Harper Bros., 1930, pp. 257-258)

 

 

9.  New York Times vom 31. Mai 1936

1936-05-31 NYT 01

(YouTube-Video: New York Times; 31. Mai 1936)

 

Seite 14:

1936-05-31 NYT 02 seite 14

(YouTube-Video: New York Times; 31. Mai 1936; Seite 14; PDF)

 

Und hier, zwei Monate vor den Olympischen Spielen 1936 in Berlin, taucht zum ersten Mal das „H-Wort“ (H0L0CAUST) auf:

Die Petition, die die Meinung der erleuchteten christlichen Führung in den Vereinigten Staaten zum Ausdruck bringt, favorisiert eine größere yüdische Einwanderung nach Palästina und betont die unerträglichen Leiden der Millionen von Yuden im >Europäischen H0L0CAUST<.

(New York Times; 31. Mai 1936; Seite 14; PDF)

 

1936-05-31 NYT 03 seite 14

(YouTube-Video: New York Times; 31. Mai 1936; Seite 14; PDF)

 

1936-05-31 NYT 04 seite 14

(YouTube-Video: New York Times; 31. Mai 1936; Seite 14; PDF)

 

10.  New York Times vom 23. Februar 1938

Diese zehnte Zeitung ist in dem Video mit deutschen Untertiteln nicht enthalten. Aus diesem Grund habe ich eine weitere Version heruntergeladen.

1938-02-23 NYT_01

(YouTube-Video: New York Times; 23. Februar 1938)

 

1938-02-23 NYT_page_23 01

(YouTube-Video: New York Times; 23. Februar 1938; Seite 23; PDF)

 

„Yüdische Tragödie“ dargestellt

Ein deprimierendes Bild von 6.000.000 Yuden in Mitteleuropa, von Schutz und wirtschaftlichen Chancen beraubt, langsam sterbend vor Hunger, ohne alle Hoffnung, wurde den Lehrern von Jacob Tarshis dargestellt.

(New York Times; 23. Februar 1938; Seite 23; PDF)

 

1938-02-23 NYT_page_23 02

(YouTube-Video: New York Times; 23. Februar 1938; Seite 23; PDF)

 

Die „yüdische Tragödie“ begann, als Hitler 1933 an die Macht kam, wie Herr Tarshis erklärte. Jetzt hat sich der Antisemitismus auf dreizehn europäische Nationen ausgebreitet und bedroht nun die Existenz von Millionen von Yuden, sagte er.

(New York Times; 23. Februar 1938; Seite 23; PDF)

 

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(New York Times; 23. Februar 1938; Seite 23; PDF)

 

Der Internetseite des „Zentralrates der Yuden in Deutschland“ ist zu entnehmen, dass die Zahl der Yuden in Deutschland von 500.000 im Juni 1933 durch „Emigration und Vertreibung“ auf gut 200.000 im Juni 1939 zurückging.

 

 

In einem an Weihnachten 1939 veröffentlichten Artikel der New York Times ist ein weiteres Mal von einem „H0L0CAUST“ die Rede.

 

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(New York Times; 24. Dezember 1939; PDF)

 

…, es muss als ein weiteres Beispiel des Katastrophen-H0L0CAUSTS betrachtet werden, mit welchem Hitler ganze Nationen und Massen von Individuen heimgesucht hat, …

(Rabbi Louis Israel Newman in der New York Times vom 24. Dezember 1939; PDF)

 

Über Rabbi Louis Israel Newman ist der englischsprachigen Wikipedia folgendes interessante Detail zu erfahren.

Im Jahr 1917 wurde Newman Assistent von Rabbi Stephen Wise an der Freien Synagoge in New York City und wurde dann von Stephen Wise und Martin Meyer im Jahre 1918 ordiniert [Anm. d. Verf.: zum Rabbi geweiht].

(Quelle: en.wikipedia.org)

 

Nach dem Mai 1936 nun im Dezember 1939 abermals ein Hinweis auf einen „H0L0CAUST“, zu einem Zeitpunkt also, als Polen besiegt war und der Zweite Weltkrieg in Europa ruhte.

Der Westfeldzug, der mit der Eroberung Frankreichs endete, vollzog sich von Mai bis Juni 1940. Der Angriff auf die Sowjetunion erfolgte im Juni 1941.

Betrachten wir die Begriffsdefinition des Wortes „H0L0CAUST“ nach Oxford Living Dictionaries:

 

 

1)   Die Zerstörung oder Schlachtung im Massenmaßstab, vor allem durch Feuer oder einen Atomkrieg verursacht. „Ein nuklearer H0L0CAUST“

 1.1)  Der Massenmord an Juden unter dem deutschen NS-Regime in der Zeit von   1941 – 1945. Mehr als 6 Millionen europäische Yuden, sowie Mitglieder anderer verfolgter Gruppen wurden in Konzentrationslagern wie Auschwitz ermordet.

2)   Historisch: Eine yüdische Opfergabe, die ganz auf einem Altar verbrannt wurde.

Ursprung:  … aus dem griechischen holokauston, aus holosganz‚ + kaustosverbrannt‚.

(Quelle: en.oxforddictionaries.com)

 

Betrachten wir zunächst die unter 1.1)  festgelegte Erklärung, so fällt auf, dass dieser millionenfache Massenmord an Yuden im Zeitraum von 1941 – 1945 stattfand.

Insofern kann die unter 1)  aufgeführte Definition in den Jahren 1936 und 1939 noch keine Rolle gespielt haben.

Interessant ist nun die unter 2) festgehaltene historische Bedeutung dieses Begriffs als religiöse Opfergabe in Form einer vollständigen Verbrennung.

 

Auf der englischsprachigen Wikipedia ist hinsichtlich dieser ursprünglichen Bedeutung folgendes festgehalten:

 

Ein H0L0CAUST ist ein religiöses Tieropfer, das vollständig von Feuer aufgezehrt wird. Diese Bezeichnung stammt aus dem altgriechischen Holokaustos […], welche nur für eine der Hauptformen von Opfergaben verwendet wird.

(Quelle: en.wikipedia.org)

 

 

Im altertümlichen Israel wurden allerdings nicht nur Tiere geopfert, sondern auch Menschen. Insbesondere Kinder wurden zu Ehren der Gottheit Moloch umgebracht.

 

 

Der Beweis für die Moloch-Anbetung im alten Israel findet sich sowohl in der rechtlichen, als auch in der historischen und prophetischen Literatur der Bibel. Im Pentateuch sprechen die Gesetze des Heiligkeitsgesetzes über das Geben oder Übergeben von Kindern zu Moloch (Lev 18,21, 20: 2-4) und das Gesetz im Deuteronomium spricht davon „den eigenen Sohn oder die eigene Tochter dem Feuer zu übergeben“ (18:10)

(Quelle: jewishvirtuallibrary.org)

 

Ahas, König von Juda (735–715 v. Chr) ließ seinen Sohn für Moloch verbrennen.

 

Foster_Bible_Pictures_0074-1_Offering_to_Molech

„Bible Pictures with brief descriptions“ by Charles Foster, 1897. Original caption: „This is an idol named Molech.“ (fr.wikipedia.org)

 

Im Alten Testament, im 1. Buch Mose (Genesis) stellt Jahwe („Gott“) Abraham auf die Probe, in dem er von ihm verlangt seinen Sohn Isaak zu opfern. Abraham ist schließlich gewillt diese Tat zu vollbringen.

An der Opferstätte hält ein Engel Abraham jedoch im letzten Moment davon ab, seinen Sohn zu töten. Daraufhin wird Abraham für seine Gottesfurcht belohnt, da er bereit war, dieses große Opfer zu bringen

Sacrifice_of_Isaac-Caravaggio_(Uffizi)

Die Opferung Isaaks“ Caravaggio – en.wikipedia.org

 

In der Lutherbibel von 1912 spricht Jahwe zu Abraham folgendes:

Nimm Isaak, deinen einzigen Sohn, den du lieb hast, und gehe hin in das Land Morija und opfere ihn daselbst zum Brandopfer auf einem Berge, den ich dir sagen werde.

(Quelle: bibeltext.com/l12/genesis/22; Lutherbibel 1912)

 

 

In der englischen Douay-Rheims Bibel von 1609 wird noch das ursprüngliche Wort für Brandopfer verwendet.

Take thy only begotten son Isaac, whom thou lovest, and go into the land of vision: and there thou shalt offer him for a H0L0CAUST upon one of the mountains which I will show thee.

(Quelle: biblehub.com/drb/genesis/22; Douay-Rheims BiblePDF)

 

 

Und hier die Stelle aus der gescannten Original-Bibel

1609_Doway_Old_Testament_vv_hlcst.pdf_Foxit_Reader

Douay-Rheims Bible; 1609; Genesis 22; PDF

 

Halten wir also folgendes fest: Die ursprüngliche, jahrtausendealte Bedeutung des Wortes H0L0CAUST (bzw. die althebräische Entsprechung olah) lautet: an eine Gottheit dargebrachte und vollständig verbrannte Opfergabe.

Dieser Opfergaben wurden erbracht, um eine Gottheit (oder einen Dämon) gnädig zu stimmen, d.h. um eine wichtige Gegenleistung zu erbitten, z.B. Regen, Fruchtbarkeit und eine gute Ernte oder Verschonung von erwarteten Gottesstrafen (Naturkatastrophen) oder auch Schlachtenglück vor einem anstehenden Krieg gegen einen mächtigen Gegner.

Je wichtiger eine Sache war, die von der Gottheit erbeten wurde, dementsprechend musste auch das dargebrachte Opfer umso wertvoller sein, bis hin zur Opferung der eigenen Kinder.

Warum also wurde diese Begrifflichkeit bereits 1936 (!) in Zusammenhang eines kommenden Massenmordes an Yuden gewählt und schließlich nach dem Zweiten Weltkrieg als offizielle Bezeichnung für diesen industriellen Massenmord festgelegt?

Nun, auf Wikipedia wird folgende Erklärung angeführt.

Seit etwa 1600 bezeichnete das englische Wort H0L0CAUST auch Feuertode, seit etwa 1800 auch Massaker, seit 1895 auch ethnische Massaker wie den späteren Völkermord an den Armeniern. Im Dezember 1942 verwendete die britische Tageszeitung News Chronicle noch ohne Kenntnis der NS-Vernichtungsmethoden das Wort erstmals für Adolf Hitlers Vernichtungsplan an den Yuden.

(Quelle: de.wikipedia.org)

 

Dieser Ansatz kann allerdings nicht die gebotenen Zweifel beseitigen. Zum einen können wir im zweiten Satz ganz klar eine Falschmeldung identifizieren, da wir jetzt wissen, dass in der New York Times bereits 1936 diese Bezeichnung in diesem Kontext (eines künftigen, durch Hitler-Deutschland erst noch zu begehenden Massenmordes) verwendet wurde.

Für die Behauptungen, dass dieses Wort im englischen bereits seit 1600, bzw. seit 1800 in einem anderen als dem historischen Kontext gebräuchlich sei, fehlen konkrete Beispiele für derart bezeichnete Ereignisse und auch Namen der Personen, die diese Ereignisse so bezeichnet haben sollen.

Was die Benennung des Völkermords an den Armeniern betrifft, will ich auf folgende Passage aus der Biographie Henry Morgenthaus des Älteren verweisen:

2017_07_22_21_18_17_Henry_Morgenthau_senior_Wikipedia

(Quelle/Link: de.wikipedia.org)

 

2017_06_29_17_10_36_Henry_Morgenthau_Sr._Wikipedia_Internet_Explorer

(Quelle/Link: en.wikipedia.org)

 

Es scheint nun keineswegs abwegig, dass die Verwendung des Begriffs H0L0CAUST für den Genozid an den Armeniern, ihren Ursprung in eben jenem Personenkreis hat, der seit 1915 wiederkehrend die Zahl von 6 Mio. bedrohten Seelen ins Spiel gebracht hat und der letztlich auch diesen Begriff in den 1930er Jahren in Zusammenhang mit einer kommenden, von den deutschen durchgeführten, Massenvernichtung an den Yuden Europas prägte. Diese Kreise wußten um die historische und ursprüngliche Bedeutung dieses Wortes.

 

Nach dem Zweiten Weltkrieg ging die Zahl von 6 Millionen ermordeten Yuden in die offizielle Geschichtsschreibung ein. Wobei das Gros davon auf Auschwitz entfiel, bei einer Gesamtopferzahl von 4 Millionen.

In unmenschlicher Weise verfolgten die faschistischen deutschen Imperialisten […] die Yuden. Sie ermordeten in ihren Konzentrationslagern den größten Teil der yüdischen Bevölkerung, etwa 6 Millionen Männer, Frauen und Kinder fanden einen grausamen Tod. Nur eine Minderheit konnte emigrieren.

(Quelle: MEYERS TASCHENLEXIKON; VEB Bibliographisches Institut Leipzig 1965; S. 479)

 

WP_20170624_13_40_15_Pro_zug II

MEYERS TASCHENLEXIKON; VEB Bibliograhisches Institut Leipzig 1965; S. 543

 

Alte Gedenktafel in Auschwitz („4 Millionen Opfer“):

 

Diese Gedenktafel wurde allerdings 1990 entfernt und durch eine neue ersetzt.

Der SPIEGEL berichtete in diesem Zusammenhang folgendes

„Ich empfinde Verlegenheit“ - DER SPIEGEL 30_1990

(Quelle: spiegel.de; DER SPIEGEL 30/1990; PDF; 23.07.1990)

 

Statt 4 Millionen nur mehr 1,5 Millionen Gesamtopfer und die Zahl der yüdischen Opfer wurde dann mit 1,35 Millionen beziffert.

Bis dahin wurde die Zahl der yüdischen Opfer in Auschwitz mit 3 Millionen angesetzt. Der ehemalige Kommandant des Konzentrationslagers, Rudolf Höß, bestätigte diese Zahl schließlich nach „intensiver Befragung“.

 

Neue Gedenktafel in Auschwitz („1,5 Millionen Opfer“):

 

Mittlerweile wurden auch diese Zahlen für Ausschwitz weiter nach unten korrigiert.

 

 

Die 2009er Ausgabe des französischen Lexikons „LE PETIT LAROUSSE“:

Camp de concentration allemand ouvert en 1940. À proximité, les Allemands créèrent aussi le plus grand des camps d’extermination (Auschwitz-Birkenau) et en camp de travail (Auschwitz-Monowitz). Entre 1940 et 1945, un million de Juifs y périrent.

Deutsches Konzentrationslager, eröffnet im Jahr 1940. In der Nähe errichteten die Deutschen auch das größte aller Vernichtungslager (Auschwitz-Birkenau), sowie ein Arbeitslager (Auschwitz-Monowitz). Zwischen 1940 und 1945 starben hier eine Million Yuden.

(Quelle: LE PETIT LAROUSSE 2009; S. 1141: „Auschwitz“)

 

Bemerkenswert ist nun der Sachverhalt, dass trotz dieser deutlichen Reduktion der yüdischen Opferzahlen des – wohlgemerkt –  „größten aller Vernichtungslager“, die Gesamtzahl der ums Leben gekommenen Yuden gleichbleibend bei plusminus 6 Millionen angegeben wird.

 

Shoah: hebräisches Wort, Bedeutung:  „Vernichtung“ , Bezeichnung für die Vernichtung von rund sechs Millionen Yuden durch die Nazis im Zweiten Weltkrieg.

(Quelle: LE PETIT LAROUSSE 2009; S. 1684: „Shoah“)

 

Und damit ist nicht zu „spaßen“, wie folgendes Beispiel zeigt.

Die Berliner Zeitung veröffentlichte im Nachgang zum Attentat auf das französische „Satiremagazin“ Charlie Hebdo im Januar 2015 eine Auswahl verschiedener Titelbilder dieses Magazins.

Die vermittelte Botschaft lautete, dass der Anschlag auf die Macher dieser „Satirezeitung“ ein Angriff auf die westlichen Werte, auf die Meinungsfreiheit und letztlich gar ein Angriff auf die Freiheit selbst war.

Die Veröffentlichung satirischer Zeichnungen auf der Titelseite der eigenen Zeitung war für die Berliner Zeitung sozusagen ein aktiver Beitrag zur Verteidigung westlich-liberaler Werte.

 

Berliner Zeitung cdn.honestlyconcerned.info

(Titelblatt der „Berliner Zeitung“ vom 8. Januar 2015; Quelle: cdn.honestlyconcerned.info)

 

Betrachten wir nun die drei Bilder der unteren Reihe.

www.egaliteetreconciliation.fr shoah_hebdo-2-e3022

Alles Charlie Hebdo?

 

In der Mitte sehen wir eine Karikatur Papst Benedikts des XVI. Der Titel des Bildes lautet: „Ein Maulwurf im Vatikan!“ (Anmerkung: ein Maulwurf ist eine Person, die Geheimnisse einer geschlossenen Gruppe nach außen trägt.) Dem Papst werde folgende Worte in den Mund gelegt:

„Das ist mal was anderes als dauernd diese Chorknaben!“

Auf der rechten Seite erkennen wir einen Muslim, einen religiösen Führer oder Mohamed selbst, denn Charlie Hebdo hatte in der Vergangenheit manche, mitunter überaus schlüpfrige bis geschmacklose Karikaturen Mohameds in diesem Stil veröffentlicht. Im Titel können wir lesen: SCHARIA HEBDO. Der für dieses Magazin geradezu harmlose Ausspruch lautet:

„100 Peitschenschläge, wenn Sie nicht vor Lachen sterben!“

Links sehen wir nun eine Kopie der rechten Karikatur. Anstelle von SCHARIA HEBDO lesen wir SHOAH HEBDO und jetzt ist es ein Rabbi, der den Finger hebt und etwas mitzuteilen hat.

Seine Aussage lautet:

„Einen Nachlass von einer Million auf die 6 (Millionen) und

im Gegensatz bekommen wir ganz Palästina!“

 

Verfasser dieses Plagiats ist ein gewisser Joe Le Corbeau.

Die Berliner Zeitung wurde sodann auf diesen Irrtum aufmerksam gemacht und in größte Verlegenheit gebracht.

2015-01-15 Berliner Zeitung_Erklärung_der_Berliner_Zeitung_Entschuldigung_für_Abdruck_einer_falschen_Karikatur

(Quelle: berliner-zeitung.de; 15. Januar 2015)

 

Möglicherweise obliegt es Menschen mit aufgewecktem Geist und direktem Bezug zum Yudentum, Kritik in diesem Zusammenhang voranzubringen und in die Öffentlichkeit zu tragen.

Nach Lage der Dinge haben sie strafrechtlich weniger zu befürchten. Gleichwohl droht ihnen ebenfalls die öffentliche Ächtung.

Ein herausragendes Beispiel in diesem Kontext ist der Jazzmusiker Gilad Atzmon.

 

2017_06_24_21_43_14_Gilad_Atzmon_Wikipedia

(Quelle: de.wikipedia.org; 24.06.2017)

 

Ein solch kontroverser Auftritt spielte sich im November 2005 in Bochum ab, wie die Ruhrnachrichten zu berichten wussten:

2005-11-29 Ruhrnachrichten.de__alternativ.de_Bewegung_in_Bochum_zugeschnitten

(Quelle: Ruhrnachrichten „Abend voller Dissonanzen“, 29.11.2005; bo-alternativ.de)

 

Auf YouTube wurde die Videoaufnahme eines Gesprächs zwischen ihm und dem britischen Publizisten Paul Eisen hochgeladen.

Ein Screenshot (Schnappschuss) aus diesem Video:

Paul_Eisen_in_conversation_with_Gilad_Atzmon_Part_1_YouTube

(Quelle: YouTube.com)

 

2017_06_25_09_59_56_Eisen_Paul_Metapedia

(Quelle: de.metapedia.org; 25.06.2017)

 

Nachfolgend die deutsche Übersetzung eines kurzen Auszuges eines Artikels von Paul Eisen vom November 2012.

Dass Yuden von 1933-1945 enorm gelitten haben, steht außer Frage, aber der Gedanke einer vorsätzlichen, geplanten und industriellen Vernichtung der europäischen Yuden mit ikonischen Gaskammern und magischen sechs Millionen wird dazu verwendet, den H0L0CAUST nicht nur speziell, sondern auch heilig zu machen.

Wir sind mit einer neuen, weltlichen Religion konfrontiert, ein falscher Gott mit erstaunlicher Macht, seine Anbetung zu befehlen. Und wie die Kreuzigung mit dem Kreuz, die Auferstehung usw., hat der H0L0CAUST Schlüsselelemente und heilige Elemente – das Vernichtungsgesetz, die Gaskammern und die sakralen sechs Millionen. Es sind diese Elemente, die den heiligen H0L0CAUST umfassen, den Yuden, Zionisten und andere anbeten und den die Revisionisten ablehnen (anzubeten).

(P. Eisen: „How I became a H0L0CAUST denier„)

 

Und hier nun ein längerer Auszug des Original-Artikels:

 

Im Juni 2014 besuchte Gilad Atzmon den französischen Literaturwissenschaftler Robert Faurisson in dessen Wohnstätte.

HD1080_Gilad_Atzmon_rencontre_Robert_Faurisson_10_juin_2014_YouTube

(Quelle: youtube.com)

 

Faurisson_Robert_Metapedia

(Quelle: de.metapedia.org; 02.07.2017)

 

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden Nachrichten in Schrift, Ton und Bild von den allierten Besatzungsmächten für die deutsche Bevölkerung produziert.

Eine filmische Wochenschau der Briten und US-Amerikaner war die „Welt im Film“.

 

Im Bundesarchiv, einer sogenannten Bundesoberbehörde der Bundesrepublik Deutschland, sind die Sendungen dieser Wochenschau dokumentiert und abrufbar.

 

 

In der Sendung Nr. 137 vom 8. Januar 1948 wird unter anderem über den Auschwitz-Prozeß in Krakau berichtet.

 

 

Und hier der Video-Ausschnitt dazu (Dauer:  1 Min. 10 Sek.):

 

 

ZWEITER TEIL:

Die englische Tageszeitung Daily Express veröffentlichte am 24. März 1933 auf der Titelseite sowohl der Morgen- als auch der Abendausgabe einen fast gleichlautenden Artikel unter folgender Überschrift:

 

„JUDEA DECLARES WAR ON GERMANY“

 

Auf einer Internetseite mit dem Namen „H0L0CAUST-Referenz – Argumente gegen Auschwitzleugner“ sind diese Artikel gut dokumentiert und einsehbar.

Auf dieser Seite selbst wird argumentiert, dass es sich hierbei keineswegs um eine Kriegserklärung im klassischen Sinne handeln könne, sondern lediglich um einen Handelsboykott. Derart wird also versucht die Brisanz abzuweisen.

 

Die sogenannten „Kriegserklärungen“ sind allerdings mit dem Wort „Legendenbildung“ noch sehr freundlich umschrieben. Der Artikel des Daily Express vom 24.3.1933 drehte sich in Wirklichkeit um einen Handelsboykott.

(Quelle: www.h-ref.de)

 

Wenden wir uns also dem Inhalt der beiden Meldungen des Daily Express vom 24. März 1933 zu.

Zunächst eine Abbildung des Titelblattes der Morgenausgabe vom 24. März 1933:

judea-declares-war-morning

(Quelle: h-ref.de; „Daily Express vom 24. März 1933; Morgenausgabe)

 

Und nun eine Abbildung des Titelblattes der Abendausgabe vom 24. März 1933:

judea-declares-war-evening

(Quelle: h-ref.de; „Daily Express vom 24. März 1933; Abendausgabe)

 

Judea-Declares-War-On-Germany - Kopie

(Quelle: h-ref.de; „Daily Express vom 24. März 1933; Abendausgabe)

 

 

Auf zitierter Internetseite ist der Inhalt der beiden Artikel aufgeführt.

Zunächst nun eine komprimierte Fassung des Textes der Abendausgabe von dieser Seite. (Anmerkung: Fehler wurden übernommen; z.B. müsste es anstelle von „ministry“  heißen: „industry“)

Anschließend folgt eine von mir angefertigte deutsche Übersetzung dieser komprimierten Fassung.

2017_06_25_13_18_43_Holocaust_Referenz_Die_sogenannten_jüdischen_Kriegserklärungen_Daily_Expres Abendausgabe - Kopie

(Quelle/Link: h-ref.de; Bild-Datei;  Daily Express vom 24.03.1933; Abendausgabe)

 

 

Die deutsche Übersetzung:

 

2017_06_25_14_49_20_DAS_JUDENTUM_ERKLÄRT_KRIEG_GEGEN_DEUTSCHLAND_Word_ABENDAUSGABE

(Quelle des Artikels im Original: h-ref.de; Bild-Datei; Daily Express vom 24.03.1933; Abendausgabe; WORD-Datei der deutschen Übersetzung)

 

Nun, es mag jeder für sich selbst den Inhalt dieser Kriegserklärung beurteilen. Es sollte allerdings heutzutage jedem bekannt sein, dass man Länder mit einem konzertiertem Wirtschafts-, Finanz- und Handelsboykott in die Knie zwingen kann und das solch ein umfassender Boykott als Kriegserklärung aufgefasst werden muss.

Bemerkenswert ist nun aber vor allen Dingen der Sachverhalt, dass der berühmte und vielfach thematisierte deutsche Boykott gegen jüdische Händler, Rechtsanwälte und Ärzte erst acht Tage später, am 1. April  1933 stattfand.

2017_06_30_19_43_45_Berliner_Themenjahr_2013_Der_Boykott_am_1._April_1933

(Quelle: berlin.de)

 

 

Die WELT berichte am 1. April 2013 über diesen „ersten NS-Boykott“:

2013-04-01_WELT.de_Der_erste_NS_Boykott_von_Juden_war_ein_Fiasko_1._April_1933_WELT

(Quelle: WELT.de; 01.04.2013)

 

2017-06-26 19_44_34-Der erste NS-Boykott von Juden war ein Fiasko_ 1. April 1933 - WELT Bild 1 - Kopie

(Quelle: WELT.de; 01.04.2013)

 

… die ganze Aktion war rasch, aber dennoch sorgfältig vorbereitet worden.

 

2017-06-26 19_44_34-Der erste NS-Boykott von Juden war ein Fiasko_ 1. April 1933 - WELT Bild 3 - Kopie

(Quelle: WELT.de; 01.04.2013)

 

Joseph Goebbels, der Berliner NSDAP-Chef und erst eine Woche zuvor berufene Propagandaminister, hatte Hitler überzeugt, eine große antisemitische Aktion in ganz Deutschland zu starten.
2017-06-26 19_44_34-Der erste NS-Boykott von Juden war ein Fiasko_ 1. April 1933 - WELT Bild 4 - Kopie

(Quelle: WELT.de; 01.04.2013)

 

2017-06-26 19_44_34-Der erste NS-Boykott von Juden war ein Fiasko_ 1. April 1933 - WELT Bild 6 - Kopie

(Quelle: WELT.de; 01.04.2013)

 

2017-06-26 19_44_34-Der erste NS-Boykott von Juden war ein Fiasko_ 1. April 1933 - WELT Bild 5 - Kopie

(Quelle: WELT.de; 01.04.2013)

 

 

Die Berliner Morgenpost publizierte auf der Titelseite der Ausgabe vom 1. April 1933 eine Erklärung Joseph Goebbels, sowie einen Aufruf Julius Streichers:

BMP_1.4.33_Titel - Kopie

(Berliner Morgenpost vom 1. April 1933; Quelle: pressechronik1933.dpmu.de)

 

Zunächst die Vergrößerung des Aufrufs von J. Streicher. Anschließend folgt eine Transkription (Reinschrift) davon in lateinischer Schrift.

1933-04-01 BMP JSTREICHER - Kopie

(Berliner Morgenpost vom 1. April 1933; „Aufruf an die Parteigenossen“ von J. Streicher; Quelle: pressechronik1933.dpmu.de)

 

Transkription in lateinischer Schrift:

Aufruf_an_die_Parteigenossen_BMP_JStreicher_Kopie_Word 2

(Berliner Morgenpost vom 1. April 1933; „Aufruf an die Parteigenossen“ von J. Streicher; Bild-Datei; Quelle: pressechronik1933.dpmu.de)

 

Wenden wir uns nun der Erklärung des Reichsministers Goebbels zu. Zuerst folgt wieder ein vergrößerter Zeitungsausschnitt und anschließend die transkribierte Fassung.

1933-04-01 BMP JGOEB - Kopie

(Berliner Morgenpost vom 1. April 1933; „Heute Boykott dann
Frist bis Mittwoch – eine Erklärung des Reichsministers Goebbels“; Quelle: pressechronik1933.dpmu.de)

 

Transkription in lateinischer Schrift:

BMP_JGoebb_Kopie_Word

(Berliner Morgenpost vom 1. April 1933; „Heute Boykott dann
Frist bis Mittwoch – eine Erklärung des Reichsministers Goebbels“; Bild-Datei; Quelle: pressechronik1933.dpmu.de)

 

Es fällt auf, dass beide Meldungen, sowohl von J. Streicher als auch von J. Goebbels doch sehr gemäßigt verfasst sind und dass die eigenen Leute zu Disziplin und Gewaltlosigkeit aufgerufen werden

 

Der „Lübecker Volksbote“ berichte auf der Titelseite seiner Ausgabe vom 3. April 1933, daß der Boykott „abgeblasen“ wird. Ein Artikel über englische Pressestimmen wurde ebenfalls auf der Titelseite publiziert:

 

1933_04_03_Englands_Meinung_über_Deutschland

(Quelle: Lübecker Volksbote vom 3. April 1933; PDF)

 

Wenden wir uns wieder der Gegenseite zu. Zunächst eine kurze Vorstellung der Person Samuel Untermyers:

 

 

Die Mitschrift der Ansprache Untermyers konnte ich von der Interseite der New York Times herunterladen.

Es ist hierbei wichtig sich die zeitliche Abfolge der Ereignisse dieser Zeit zu vergegenwärtigen:

  • 5. März 1933: die Nationalsozialisten erringen bei den Neuwahlen zusammen mit den Konservativen (DNVP) eine knappe Mehrheit.
  • 24. März 1933: „Kriegserklärung“ im Daily Express; konzertierter Wirtschafts-, Finanz- und Handelsboykott gegen Deutschland
  • 1. April 1933: Boykott in Deutschland
  • Anfang August 1933 auf dem jüdischen Weltkongress in Amsterdam: Ausrufung eines „heiligen Krieges“ gegen Deutschland. Teilnehmer: S. Untermyer.
  • 6. August 1933: Radioansprache von S. Untermyer: „Heiliger Krieg“ gegen Deutschland.
  • 7. August 1933: New York Times veröffentlicht die Mitschrift der Rede Untermyers.
  • 15. September 1935: Die Nürnberger Gesetze („Rassengesetze“) treten in Kraft.
  • 22. Juni 1941: Angriff Deutschlands auf die Sowjetunion. Nach offizieller Lesart beginnt damit auch die millionenfache Vernichtung der Yuden in Mittel- und Osteuropa.

 

Nachfolgend eine komprimierte Fassung jener Mitschrift, die in der New York Times am 7. August 1933 veröffentlicht wurde. Anschließend folgt eine deutsche Übersetzung davon.

 

1933_08_07_NYT_Text_of_Untermyr_s_address.pdf_Foxit_Reader - Kopie

(Quelle: New York Times; 7. August 1933; Bild-Datei; PDF-NYT)

 

Die deutsche Übersetzung:

1933_08_07_NYT_Text_of_Untermyr_s_address.pdf_Foxit_Reader - Kopie 3

(Quelle: New York Times; 7. August 1933; Bild-Datei; PDF-NYT)

 

 

Die Wortwahl ist harsch und provozierend und mir stellt sich hierbei folgende Frage: Wenn es so sein sollte, daß Untermyer und dessen Hinter- und Nebenmänner zum Zeitpunkt der Rede (!) davon ausgingen, dass sich ihre Glaubensgenossen in Deutschland tatsächlich einer existenziellen Bedrohung ausgesetzt sehen, sind dann die in der Rede gewählten Worte Untermyers zweckdienlich, d.h. im Interesse der verfolgten Glaubensgenossen in Deutschland?

Oder ist dieser harsche Ton in Verbund mit der Ankündigung eines Wirtschaftskrieges nicht eher mit Risiko für die Yuden in Deutschland verbunden, da eine Gegenreaktion erwartet werden konnte?

Untermyer spricht wiederholt von Ausrottung und einer vermeintlich geplanten Vernichtung der Yuden seitens der deutschen Regierung.

Wenn wir uns nun den Inhalt des sogenannten Ha’avara-Abkommens vor Augen führen …

 

… und uns noch einmal die bereits weiter oben verlinkte Passage eines Artikels auf der Internetseite des Zentralrates der Yuden in Deutschland in Erinnerung rufen …

 

Vorgeschichte_Zentralrat_der_Juden_in_Deutschland_K.d.ö.R._ - Kopie

(Quelle/Link: zentralratdjuden.de; PDF)

 

… dann kann von planmässigen Vernichtungsabsichten, zumindest im Zeitraum von 1933 bis 1939 keine Rede sein.

 

Machen wir nun einen zeitlichen Sprung. Am 30. März 1958 veröffentlichte die New York Times einen Artikel, bei welchem Inhalte aus folgendem Buch ausführlich besprochen wurden.

ROZEK Edward J. – „Allied War Time Diplomacy“; 1958 by John Wiley & Sons, Inc.

Der Artikel selbst ist bis auf folgende Passage  in diesem Zusammenhang weniger interessant.

Ein Großteil dieses umfangreichen Materials wurde aus Dokumenten (Aufzeichnungen) Stanislaw Mikolajczyks, dem ehemaligen Premierminister Polens, und aus seinen mündlichen Kommentaren entnommen. Diese Papiere wurden als „offizielle Regierungsdokumente“ von Polen klassifiziert – bis Mikolajczyks Rücktritt von seinem Amt als Premierminister im November 1944 […]

(New York Times; 30. März 1958, PDF)

 

2017_06_25_09_39_34_1958_03_30_New_York_Times_Satellite_in_the_making_.pdf_Foxit_Reader

(New York Times; 30. März 1958, PDF)

 

Allerdings liegt mir dieses Buch als Originalausgabe vor. Darin ist ein Brief einer leitenden Führungskraft des Britischen Informationsministeriums (Propagandaministeriums) aufgeführt.  Dieses Schreiben vom Februar 1944 war an hochrangige Vertreter der anglikanischen Kirche, sowie an die BBC gerichtet.

Zunächst zwei kurze Ausschnitte aus der deutschen und aus der englischsprachigen Wikipedia zu diesem Informationsministerium.

 

 

Mit anderen Worten, der britische Propagandaapparat für den Zweiten Weltkrieg wurde bereits ab 1935 geplant.

Nun zu besagtem Schreiben:

Hewett_Word

(Quelle: ROZEK Edward J. – Allied War Time Diplomacy; 1958 by John Wiley & Sons, Inc.; Bild-Datei S. 209/2010)

 

Nicht nur die Angelsachsen, auch die Sowjets verstanden sich auf Propaganda.

Weithin bekannt dürfte sein, daß Stalin ehemalige Konkurrenten um den Parteivorsitz aus älteren Fotoaufnahmen wegretuschieren ließ.

Als Lenin (l.) im Mai 1920 in Moskau eine Rede hielt, standen die beiden Revolutionäre Leo Trotzki und Lew Kamenew auf den Stufen des Podestes. Doch Stalin ließ die geschassten Revolutionäre später „verschwinden“.

(Quelle: WELT.de; 02.01.2012)

 

2012-01-02 welt.de stalin

(Quelle: WELT.de; 02.01.2012)

 

Diese sowjetische Kunstfertigkeit fand schließlich auch Eingang bei der Bearbeitung von Fotographien deutscher Soldaten.

Auf YouTube hat ein Slowake ein Video hochgeladen, in welchem mehrere Fotos deutscher Soldaten in jeweils zwei Varianten zu sehen sind: Einmal unbearbeitet und einmal bearbeitet.

 

Ein Beispiel daraus, Foto 1 bearbeitet:

1

 

Foto 1 unbearbeitet:

2

 

 

Dem einflussreichen US-Amerikanischen Journalisten, Schriftsteller und Mitglied des Council on Foreign Relations, Walter Lippmann, wird folgendes Zitat zugeschrieben:

Walter_Lippmann_quote_We_must_remember_that_in_time_of_war_what_is...

(Quelle: azquotes.com)

 

Als zweite Quelle für diess Zitat konnte ich ein Studiendokument der Universität von Texas ausfindig machen:

Search_Results_The_University_of_Texas_at_Austin

(Quelle: utexas.edu)

 

Auf diesem Dokument ist noch eine sehr interessante Aussage Mark Twains aufgeführt.

EDC_370S_Lesson_Plan_Format_propaganda

(Quelle: hrc.utexas.edu; EDC_370S_Lesson_Plan_Format_propaganda)

 

Als nächstes werden die Staatsmänner billige Lügen erfinden, um die Schuld auf die Nation zu laden, die angegriffen wird, und jeder Mensch wird sich über diese, das Gewissen beruhigenden Falschmeldungen freuen und wird sie fleißig studieren und sich weigern, irgendwelche Gegenargumente zu prüfen; und dergestalt wird er sich mehr und mehr davon überzeugen,  daß der Krieg gerecht ist und er wird Gott für den besseren Schlaf danken, den er nach diesem Prozess der grotesken Selbsttäuschung genießt.

Mark Twain, The Mysterious Stranger, 1916, Ch.9
 (Quelle: hrc.utexas.edu; EDC_370S_Lesson_Plan_Format_propaganda)

 

Friedrich Grimm berichtete in seinem im Jahre 1961 posthum veröffentlichten Buch „Mit offenem Visier“ über eine Konversation, die er als Gefangener nach dem Krieg mit einem Mann führte, der sich zunächst als französischer Professor und anschließend als französischer Kommandant präsentierte.

(Anmerkung: Der Politologe, Publizist und „Geschichtsrevisionist“ Udo Walendy vertritt die Auffassung, dass es hier um den britischen Journalisten und Propagandisten Sefton Delmer handelte.)

 

2017_07_01_15_53_51_GRIMM_Friedrich_Mit_offenem_Visier.pdf_Foxit_Reader

(Quelle: Friedrich Grimm – „Mit offenem Visier“; Druffel-Verlag 1961; S. 249)

 

2017-05-03_Ruud_Koopmans_Das_Erbe_des_Holocaust_ist_deutsche_Leitkultur_WELT

(Quelle: WELT.de; 03.05.2017)

 

Zu guter Letzt noch einmal ein Verweis (ich hatte dies bereits in einem anderen Beitrag verlinkt) auf folgende Passage aus Salvador de Madariagas „Porträt Europas“:

MADRIAGA_DE_Salvador_Portr_ñt_Europas.pdf_Foxit_Reader

(Salvador de Madariaga – „Porträt Europas“; Deutsche Verlags-Anstalt Stuttgart, 1952, S.128)

 

 


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Der Erste Weltkrieg, bei dem insgesamt 17 Millionen Menschen ums Leben kamen, wird gemeinhin als die Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts bezeichnet.

Die nach dem Krieg durch die Siegermächte verhängten, übermäßig harten Sanktionen (Gebietsverluste, Reparationszahlungen, Aushebelung des völkerrechtlichen Selbstbestimmungsrechts … ) gegen das Deutsche Reich, begründet durch die von den Siegermächten festgelegte Alleinverantwortlichkeit (Alleinschuld) Deutschlands, legten den Grundstein für die Verwerfungen, die schließlich zum Zweiten Weltkrieg führten.

Den wenigsten dürfte wohl bekannt sein, dass die Bundesrepublik Deutschland erst im Jahr 2010, also 92 Jahre nach Kriegsende die letzte Tranche der Reparationszahlungen aus dem verlorenen Ersten Weltkrieg an die Siegermächte überwies.

2010-10-01 Reparationen_Deutschland_begleicht_letzte_Schulden_aus_Erstem_Weltkrieg_ZEIT_

(Quelle: zeit.de; 01.10.2010)

 

Ob dieses Datum zufällig bestimmt wurde?

Das offiziell vermittelte Geschichtsbild in Schule, Funk, Fernsehen und Kino in den alliierten Ländern, sowie in der BRD war jahrzehntelang, bis in die heutige Zeit, geprägt von dieser Alleinschuldthese.

Preußischer Militarismus, gepaart mit deutscher Großmannssucht, einem ebenso größenwahnsinnigen wie unfähigen, in sein Militär vernarrter deutscher Kaiser und ein obrigkeitshöriges und überheblich kriegslüsternes deutsches Volk, so lautet – überspitzt formuliert – die komprimierte Zusammenfassung zur Begründung der deutschen Alleinschuld, viel später „abgemildert“ zur Hauptschuld am Ersten Weltkrieg.

Der an der Universität Cambridge lehrende australische Historiker Christopher Clark veröffentlichte im Jahr 2012 sein Buch „The Sleepwalkers: How Europe Went to War in 1914“, welches ein Bestseller wurde.

2013 erschien die deutsche Übersetzung mit dem Titel:

Die Schlafwandler – Wie Europa in den Ersten Weltkrieg zog

Die Schlafwandler von Christopher Clark

(Quelle: randomhouse.de)

 

Darin verwirft er die These der deutschen Haupt- oder gar Alleinschuld und verteilt die Verantwortung am Ausbruch des Krieges mehr oder weniger gleichmäßig auf die Staatsoberhäupter und Spitzenpolitiker aller hauptbeteiligten, kriegführenden Nationen.

Diese wären schlafwandlerisch dem Abgrund entgegen getaumelt.

 

Clark ist hierbei nicht der erste Historiker, der von der Alleinschuldthese (bzw. abgemildert: Hauptschuldthese) abweicht, die die Verantwortung zum Ausbruch des Ersten Weltkrieges ganz klar und eindeutig bei Deutschland sieht. Allerdings liegt sein Verdienst darin, diese Sichtweise einem breiteren Publikum bekannt gemacht zu haben.

Den Entscheidungsträgern und Russland und Frankreich schreibt Clark gleichwohl einen größeren Anteil an der Gesamtverantwortung zum Ausbruch des Krieges zu.

Auszug aus dem E-Buch (eBook; kindle):

TEIL II EIN GETEILTER KONTINENT Kapitel 3 Die Polariesierung Europas 1887 - 1907 Pos 03645

TEIL II  EIN GETEILTER KONTINENT  –  Kapitel 3 Die Polarisierung Europas 1887 – 1907

 

TEIL II EIN GETEILTER KONTINENT Kapitel 3 Die Polariesierung Europas 1887 - 1907 Pos 03655

TEIL II  EIN GETEILTER KONTINENT  – Kapitel 3 Die Polarisierung Europas 1887 – 1907

 

TEIL III KRISE - Kapitel 12 Die letzten Tage Pos 14565

TEIL III  KRISE  –  Kapitel 12 Die letzten Tage

 

TEIL III KRISE - Kapitel 12 Die letzten Tage Pos 14574

TEIL III  KRISE  –  Kapitel 12 Die letzten Tage

 

Es ist alles andere verwunderlich, dass renommierte bundesdeutsche Historiker, die Karriere gemacht und sich die, mittlerweile auch schon historische, Sichtweise der (west-) alliierten Siegermächte eifrig und geflissentlich zu eigen gemacht und verbreitet haben, vehement der Clark‘schen Abkehr von der Hauptschuldthese entgegenstellen. Die Alleinschuldthese ist allerdings selbst von diesen Hundertprozentigen, von Schuldstolz Durchdrungenen, nicht mehr aufrechtzuerhalten.

«ein tiefsitzendes, jetzt wieder hochgespültes apologetisches Bedürfnis» [der Deutschen], «sich von den Schuldvorwürfen zu befreien»

(Historiker H. U. Wehler (1931 – 2014) über den Verkaufserfolg der „Schlafwandler“ in Deutschland)

(Duden.de: apologetisch = eine Ansicht, Lehre o. Ä. verteidigend, rechtfertigend)

 

Auszug aus einem Interview der Neuen Zürcher Zeitung mit Christopher Clark von September letzten Jahres:

2016-09-16_Christopher_Clark_im_Gespräch_Geschichte_ist_wie_das_Orakel_von_Delphi_NZZ_01

(Quelle: NZZ.ch/feuilleton; 30.09.2016)

 

2016-09-16_Christopher_Clark_im_Gespräch_Geschichte_ist_wie_das_Orakel_von_Delphi_NZZ_02

(Quelle: NZZ.ch/feuilleton; 30.09.2016)

 

Der 1943 geborene Historiker und Publizist Volker Ulrich äußerte sich in der ZEIT folgendermaßen zu Christopher Clarks Buch:

2013-09-12_Politisches_Buch_Erster_Weltkrieg_Zündschnur_und_Pulverfass_01

(Quelle: ZEIT-Online; Volker Ulrich; 13.09.2013)

 

2013-09-12_Politisches_Buch_Erster_Weltkrieg_Zündschnur_und_Pulverfass_02

(Quelle: ZEIT-Online; Volker Ulrich; 13.09.2013)

 

Heinrich August Winkler, vielfach ausgezeichneter bundesdeutscher Historiker  (er erhielt u.a. das Offizierskreuz des polnischen Verdienstordens und das Bundesverdienstkreuz Erster Klasse) bezog ebenfalls in der ZEIT zu den Schlafwandlern Stellung.

2014-07-31 ZEIT_Erster_Weltkrieg_Und_erlöse_uns_von_der_Kriegsschuld_ZEIT_ONLINE kurz 01c

(Quelle: ZEIT-Online; H. A. Winkler; 31.07.2014)

 

2014-07-31 ZEIT_Erster_Weltkrieg_Und_erlöse_uns_von_der_Kriegsschuld_ZEIT_ONLINE kurz 02

(Quelle: ZEIT-Online; H. A. Winkler; 31.07.2014)

 

Nach Lesart etablierter BRD-Historiker ist es offensichtlich ein Unding, der Politik der deutschen Entscheidungsträger vor dem Ersten Weltkrieg mit Verständnis zu begegnen oder gar den handelnden Personen Sympathie entgegen zu bringen.

Wobei letzteres für den Verfasser des Artikels wohl schon allein darin begründet liegen mag, dass die führenden Personen und deren Handlungen auf deutscher Seite nicht von vorneherein negativ beurteilt werden.

2014-07-31 ZEIT_Erster_Weltkrieg_Und_erlöse_uns_von_der_Kriegsschuld_ZEIT_ONLINE kurz 03

(Quelle: ZEIT-Online; H. A. Winkler; 31.07.2014)

 

Heinrich A. Winkler kanzelt sodann Clark und andere „Abweichler“ pauschal als Revisionisten ab und dies im negativ konnotierten Sinne. Denn an sich ist es für Geschichtswissenschaftler die ursprünglichste Aufgabe, historische Ereignisse aufgrund neuer Informationen zu re-visieren, d.h. im Lichte gewonnener Erkenntnisse neu einzuordnen.

Allein für Leute seines Schlages scheint die Geschichtsschreibung für bestimmte historische Ereignisse festgeschrieben und in Stein gemeißelt zu sein, insbesondere in Zusammenhang mit deutscher Schuld und daran darf – bis auf kosmetische Korrekturen – nicht gerüttelt werden.

Und schließlich der Sermon der angeblich universalistischen Moral der westlichen Demokratien mit weltumspannenden Anspruch.

Das Britische Empire hat diesen weltumspannenden Anspruch tatsächlich machtpolitisch in die Tat umgesetzt. Die ach so hehren westlichen Moralprinzipien wurden unter anderem von Kanonen verkündet.

BLOWING FROM A GUN

Vereshchagin-Blowing_from_Guns_in_British_India

„Suppression of the Indian Revolt by the English“ (Quelle: wikipedia)

 

Blicken wir nach Frankreich. Während des Terrors der französischen Revolution wurden gemäß offizieller Zahlen, insgesamt 500.000 Menschen verhaftet und 100.000 hingerichtet, bzw. massakriert. (Alternative Quellen kommen zu deutlich höheren Opferzahlen)

 

Bei den Ertränkungen von Nantes wurden mindestens 4.000 Menschen (manche Quellen sprechen von 16.000 Menschen) in der Loire ertränkt: Mönche, Nonnen, Frauen, Kinder und Greise. Der für diesen Terror verantwortliche Jean Baptiste Carrier bezeichnete die Loire dabei zynisch als „Nationale Badewanne“.

 

 

In den Napoleonischen Kriegen von 1803 bis 1815, die die vermeintlich universellen Ideale der französischen Revolution in die letzten Winkel Europas tragen sollten, starben insgesamt je nach Schätzung zwischen 3,5 bis 7 Millionen Menschen (wikipedia).

Allein von den 36.000 bayerischen Soldaten, die mit der Grande Armee 1812 nach Moskau marschieren mussten, um angeblich Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit auch nach Russland zu bringen, kamen lediglich gut 2.000 zurück.

Folgender Satz Winklers: „Deutsche Kriegsideologen stellten … ein Denken entgegen, das aus den Tiefen der Deutschen Kultur schöpfte.“

… ist eindeutig eine geringschätzige Anspielung darauf, dass deutsche Intellektuelle im 19. Jahrhundert, im Gegensatz zur ihren anglo-französischen Widerparts, den Begriffen „Kultur“ und „Zivilisation“ unterschiedliche Bedeutungen beimaßen.

Kultur, der deutsche Inbegriff für geistige Tätigkeit und ihren Ertrag im weltlichen Felde, ist ein schwer zu übersetzendes Wort. Es deckt sich nicht mit Zivilisation, mit Kultiviertheit und Bildung oder gar Arbeit. Alle diese Begriffe sind zu nüchtern oder zu flach, zu formal, bzw. ›westlich‹ oder an eine andere Sphäre gebunden. Ihnen fehlt das Schwere, die trächtige Fülle, das seelenhafte Pathos, das sich im deutschen Bewußtsein des 19. und 20. Jahrhunderts mit diesem Wort verbindet und seine oft empathische Verwendung verständlich macht.“

(Quelle: Wikipedia; Helmuth Plessner – „Die Verspätete Nation“. In: Gesammelte Schriften. Band 6, Frankfurt, S. 84.)

 

Eine französische Quelle zu diesem Sachverhalt:

In Deutschland wird die kulturelle Debatte geprägt durch die Neuromantiker, die eine ziemlich klare Trennung zwischen einer spirituellen Vision von Kultur und einer materialistischen Sicht der Zivilisation zieht.

Kultur wird zusammengeführt mit ethischen, ästhetischen und politischen Werten, mit einem persönlichen Lebensstil, mit einem geistigen Universum, welches „innerlich“, „natürlich“, „organisch“, somit typisch deutsch ist.

Zivilisation wird wiederum gleichgesetzt mit dem materiellen Fortschritt, der technisch-wirtschaftlich, „äußerlich“, „mechanisch“, „künstlich“ und somit anglo-französischer Herkunft ist.

(Quelle: https://crdp.ac-amiens.fr/historial)

 

crdp.ac-amiens.fr_L_idée_de_nation_la_Kultur_contre_la_Civilisation

(Quelle: crdp.ac-amiens.fr/historial; L’IDÉE DE NATION : LA KULTUR CONTRE LA CIVILISATION; Académie d’Amiens, septembre 2004)

 

Auf folgendem US-Amerikanischen Propaganda-Plakat aus dem Jahre 1917 hält die deutsche Pickelhaubenbestie eine Keule in der Hand, auf der das deutsche Wort Kultur zu lesen ist:

Harry_R._Hopps,_Destroy_this_mad_brute_Enlist_-_U.S._Army,_03216u_edit

Harry R. Hopps – Destroy this mad brute Enlist – U.S. Army

 

Dieses Plakat ist nur ein Beispiel von vielen, die verdeutlichen auf welch niederträchtige Weise die von Winkler verehrten Länder Propaganda gegenüber Deutschland und den Deutschen betrieben haben.

Für ihn sind diese Länder, bzw. deren politische Systeme, erstrebenswerte Vorbilder für das kaiserliche Deutschland und daher begrüßt er die deutsche Niederlage im Ersten Weltkrieg, weil erst infolge dieser die Demokratie in Deutschland Einzug erhalten habe.

2014-07-31 ZEIT_Erster_Weltkrieg_Und_erlöse_uns_von_der_Kriegsschuld_ZEIT_ONLINE kurz 04

(Quelle: ZEIT-Online; H. A. Winkler; 31.07.2014)

 

Winkler, dessen Hauptwerk nicht ohne Grund „Der lange Weg nach Westen“ heisst, ist in seiner verklärenden Auffassung der französischen und britischen Gesellschaftern vor dem Ersten Weltkrieg, befangen in seiner Urteilsfähigkeit die Ursachen, die zu diesem Großen Krieg führten, neu einzuordnen.

Dass er von der Idee einer universalistischen Moral des Westens mit weltumspannenden Anspruch vollkommen durchdrungen ist, dies lässt sich ebenso aus seiner Rede ableiten, die er anlässlich des 70. Jahrestages zum Ende des Zweiten Weltkrieges am 8. Mai 2015 im Bundestag hielt.

2015-05-08_Deutscher_Bundestag_Rede_von_Prof._Dr._Heinrich_August_Winkler_zum_70._Jahrest

(Quelle: bundestag.de; H.A. Winkler; 08.05.2015)

 

Im Grunde genommen handelt es sich bei all diesen Floskeln: freedom, democracy, humanity, oder eben responsiblility to protect  um gewissensberuhigende Feigenblätter, um unter dem Tarnmantel des Humanismus interessengeleitete (imperiale) Geopolitik durchzusetzen.

2011-04-11 GUARDIAN_r2p

(Quelle: theguardian.com; 11.04.2011)

 

Wer Menschheit sagt, will betrügen.

Carl Schmitt (1888-1985)

 

Des Pudels Kern ist allerdings folgende Aussage Winkers:

 

2014-07-31 ZEIT_Erster_Weltkrieg_Und_erlöse_uns_von_der_Kriegsschuld_ZEIT_ONLINE kurz 05

(Quelle: ZEIT-Online; H. A. Winkler; 31.07.2014)

 

Wenn nämlich Deutschland nicht die Hauptschuld am Ersten Weltkrieg trägt, schlimmer noch: eventuell sogar einen geringeren Anteil als die anderen einstigen europäischen Großmächte daran hat, wie könnten die Predigten noch aufrechterhalten werden, dass die Deutschen nicht allein unter Hitler, nein schon vorher und grundsätzlich irregeleitet waren, kontinuierlich Elend über die Menschheit gebracht haben und daher eingehegt werden müssen?

Denn für Winkler und seinesgleichen war das nationalsozialistische Deutschland und was man gemeinhin an Schrecklichem damit verbindet, keine Ausnahme sondern lediglich eine besonders drastische Ausprägung des Deutschen Sonderweges, letztlich des Deutschen Wesens.

Eine Gruppe von vier jüngeren deutschen Historikern – von H A. Winkler in obigen Artikel als „junge Revisionisten“ bezeichnet“ – veröffentlichte im Januar 2014 in Der WELT einen Beitrag, in welchem sie Clarks Schlafwandler positiv besprachen und zudem eine besondere Verantwortung Englands heraus strichen.

 

2014-01-04 WELT_Erster_Weltkrieg_Warum_Deutschland_nicht_allein_schuld_ist_WELT

(Quelle: WELT.de; 04.01.2014)

 

2014-01-04 WELT_Erster_Weltkrieg_Warum_Deutschland_nicht_allein_schuld_ist_WELT 02 k

(Quelle: WELT.de; 04.01.2014)

 

Zur letzten Aussage dieses Abschnittes ein Zitat des franzöischen Sozialisten und Spitzenpolitikers Jean-Luc Mélenchon:

Bereits zum dritten Mal in der Geschichte Europas, ist die Starrsinnigkeit einer deutschen Regierung dabei Europa zu zerstören.

Jean-Luc Mélenchon, franz. Sozialist (Quelle: www.lci.fr; 12.07.2015)

Joschka Fischer bließ bereits 2012 in dieses Horn:

Deutschland zerstörte sich und die europäische Ordnung zweimal im 20. Jahrhundert, …

Es wäre sowohl tragisch als auch ironisch, wenn ein wiedervereinigtes Deutschland mit friedlichen Mitteln und mit den besten Absichten den Ruin der europäischen Ordnung zum dritten Mal herbeiführte.

Joschka Fischer, 30.05.2012

 

2012-05-30 AUSTRALIAN_Germany_at_risk_of_ruining_Europe_again

(Quelle: theaustralian.com.au; 30.05.2012)

 

Die sogenannte Euro-Rettungspolitik, inkl. vermeintlicher Griechenlandrettung ist ein Thema für sich, daher sei hier nur kurz erwähnt, dass es sich hier meiner Einschätzung nach um Betrug in gigantischem Ausmaß handelt. Nutznießer sind zuvorderst internationale Kapitalanleger und Großbanken. Die Bundesregierung, allen voran Angela Merkel und Wolfgang Schäuble, entblödete sich allerdings nicht dieser Politik ein Gesicht zu verleihen und somit den Unmut und den Zorn der Erniedrigten und Beleidigten in Europas Süden auf Deutschland zu ziehen.

Diese Aussagen zeigen allerdings auch, wie wichtig es ist mit der Alleinschuldthese Deutschlands am Ersten Weltkrieg aufzuräumen und dies im öffentlichen Bewusstsein zu verankern.

Weiter im Text der jungen Historikergruppe:

2014-01-04 WELT_Erster_Weltkrieg_Warum_Deutschland_nicht_allein_schuld_ist_WELT 03

(Quelle: WELT.de; 04.01.2014)

 

2014-01-04 WELT_Erster_Weltkrieg_Warum_Deutschland_nicht_allein_schuld_ist_WELT 04

(Quelle: WELT.de; 04.01.2014)

 

Die auf Entmenschlichung zielende, propagandistische Herabwürdigung des Gegners zur blutrünstigen Bestie war ein Merkmal der Westalliierten. Zu diesem Thema werde ich noch einen separaten Blogbeitrag erstellen.

Im letzten Auszug des Weltartikels wird auf die real- bzw. machtpolitischen Ziele der, gegen Deutschland und dessen Verbündete zu Felde ziehenden, europäischen Großmächte verwiesen.

2014-01-04 WELT_Erster_Weltkrieg_Warum_Deutschland_nicht_allein_schuld_ist_WELT 05

(Quelle: WELT.de; 04.01.2014)

 

Wenn wir uns in diesem Kontext noch einmal die Aussage Christopher Clarks in Erinnerung rufen, dass es das zaristische Russland war, welches als erstes Land die Generalmobilmachung verkündete und dies zu einem Zeitpunkt als das Deutsche Reich noch nicht einmal den Status einer drohenden Kriegsgefahr ausgerufen hatte, dann ist die Behauptung einer deutschen Hauptschuld am Ausbruch nicht mehr aufrechtzuerhalten.

Zieht man zudem noch in Betracht, dass Russland die Rückendeckung Frankreichs und auch Englands zu dieser folgenschweren Entscheidung gehabt hat, dann löst sich die angebliche deutsche Hauptverantwortung in Luft auf.

Was allerdings Christopher Clark nicht thematisiert, ist die These, dass britische Eliten auf einen zerstörerischen Krieg gegen das Deutsche Reich hingearbeitet haben.

Das 1871 gegründete Deutsche Kaiserreich erlebte in den Jahrzehnten bis 1914 einen ungeheuren, nie dagewesenen, industriellen Aufschwung. Das von den Briten initiierte Label „Made in Germany“, das ursprünglich vermeintlich minderwertige deutsche Produkte von britischen unterscheidbar machen sollte, entwickelte sich rasch zum attraktiven Qualitätssiegel auf den Weltmärkten.

Der britische Journalist und Mitglied der Fabian Society (hier und hierErnest Edwin Williams beschäftigte sich in seinem 1897 veröffentlichteten Buch, „Made in Germany“, mit der Bedrohung der britischen Industrie durch die deutsche Konkurrenz.

Tatsächlich sind viele deutsche Erzeugnisse unbestreitbar denjenigen, […]  die von britischen „Häusern“ produziert werden, überlegen.

Ernest Edwin Williams – „Made in Germany“; 1896 (pdf_020)

 

Deutschland steckt industriell noch in seinen Kinderschuhen…

Deutschland hat unseren Handel [trotzdem] bereits in einen schlechten Zustand versetzt.

Ernest Edwin Williams – „Made in Germany“; 1896 (pdf_036)

 

Es ist allzu zu klar, dass Englands industrielle Vorherrschaft (Vormachtstellung) seinem Sturz entgegenschwankt und dass dies weitestgehend das Ergebnis deutscher Arbeit ist.

Ernest Edwin Williams – „Made in Germany“; 1896 (pdf_062)

 

Es wird berichtet, dass es Deutschland bereits gelungen ist die Japaner für eine Anzahl von Panzerschiffen einzufangen, die für unsere eigenen Werften als sicher galten. Es ist ebenso bestätigt, dass ein Teil der zehn Millionen Pfund Sterling, die China – entschlossen eine Seemacht zu werden –  bereit war, in Tyneside [Anmerkung: eine englische Werft] auszugeben, nun nach Danzig und Stettin gehen werden. Und jetzt hat die norwegische Regierung ein paar Panzerschiffe vom selben verbissen entschlossenen Rivalen bestellt.

Ernest Edwin Williams – „Made in Germany“; 1896 (pdf_068)

 

Der deutsche Industriestaat ist eine Tatsache und es gibt keine menschliche Wahrscheinlichkeit, dass er zerschmettert wird.

Ernest Edwin Williams – „Made in Germany“; 1896 (pdf_182)

 

Gegenwärtig verlieren wir selbst unseren Griff auf unsere eigenen Kolonien und abhängigen Staaten, die zunehmend in die Hände der Deutschen fallen.

Ernest Edwin Williams – „Made in Germany“; 1896 (pdf_184

 

Und hier ist die entscheidende Aussage:

Und ganz sicher muss Großbritannien Deutschland diskriminieren (benachteiligen). Denn Deutschland ist absichtlich in eine tödliche Rivalität mit Großbritannien eingetreten und kämpft nun mit aller Macht für die Auslöschung der britischen Vormachtstellung.

Ernest Edwin Williams – „Made in Germany“; 1896 (pdf_026)

 

Vom selben Ungeist zeugt auch folgendes Zitat des britischen Spitzenpolitikers und Chefdiplomaten Arthur Balfour (1902 – 1905 Britischer Premierminister, 1915 – 1916 Erster Lord der Admiralität, 1916 – 1919 Britischer Außenminister) aus dem Jahr 1907.

We are probably fools not to find a reason for declaring war on Germany before she builds too many ships and takes away our trade.

Wir sind wahrscheinlich Narren, dass wir keinen Grund finden, um Deutschland einen Krieg zu erklären, bevor es zu viele Schiffe baut und uns unseren Handel wegnimmt.

Arthur Balfour, 1907.

 

1979-00-00_The_Anglo_German_Trade_Rivalry_1887_1913_A_Counterfactual_Outcome_and_Its_Impl

(Quelle: jstor.org; „The Anglo-German Trade Rivalry, 1887-1913: A Counterfactual Outcome and Its Implications“ –  1979 by Hugh Neuburger and Houston H. Stokes; page 187 of 201)

 

The_Anglo_German_Trade_Rivalry_1887_1913_A_Counterfactual_Outcome_and_its_Impl

(Quelle: cambridge.org; „The Anglo-German Trade Rivalry, 1887-1913: A Counterfactual Outcome and its Implications“)

 

Dieser Ausspruch Balfours entstammt einer Unterhaltung mit dem US-Amerikanischen Diplomaten Henry White. Nachfolgend ein etwas längerer Auszug dieses Gesprächs aus der Originalquelle, der noch mehr die bellizistische Vorkriegsmentalität von Teilen der Britischen Elite, gewachsen aus der Sorge die globale Vormachtstellung hinsichtlich Handel und Industrie an Deutschland zu verlieren, verdeutlicht.

BALFOUR: „We are probably fools not to find a reason for declaring war on Germany before she builds too many ships and takes away our trade.”

WHITE: “You are a very high-minded man in private life. How can you possibly contemplate anything so politically immoral as provoking a war against a harmless nation which has as good a right to a navy as you have? If you wish to compete with German trade, work harder.”

BALFOUR: “That would mean lowering our standard of living. Perhaps it would be simpler for us to have a war.”

WHITE: “I’m shocked that you of all men should enunciate such principles.”

BALFOUR: “Is it a question of right or wrong? Maybe it is just a question of keeping our supremacy.”

(Quelle: Allan Nevins, „Henry White – Thirty Years of American Diplomacy„, New York: Harper Bros., 1930, pp. 257-258)

Die deutsche Version (frei übersetzt):

BALFOUR: „Wir sind wahrscheinlich Narren, dass wir keinen Grund finden, um Deutschland einen Krieg zu erklären, bevor es zu viele Schiffe baut und uns unseren Handel wegnimmt.“

WHITE: „Sie sind im Privatleben ein Mann von edler Gesinnung. Wie können Sie etwas so politisch Unmoralisches in Erwägung ziehen, wie einen Krieg gegen eine harmlose Nation zu provozieren, die ein ebenso gutes Recht auf eine Marine hat, wie Sie es haben? Wenn Sie in Wettbewerb mit dem deutschen Handel treten wollen, dann arbeiten Sie härter.“

BALFOUR: „Das würde bedeuten, dass wir unseren Lebensstandard absenken müssen. Vielleicht wäre es einfacher für uns, einen Krieg zu führen.“

WHITE: „Ich bin schockiert, dass es unter allen Männern (Menschen) gerade Sie sein sollten solche Prinzipien auszusprechen.”

BALFOUR: „Ist es eine Frage von richtig oder falsch? Vielleicht ist es einfach eine Frage der Beibehaltung unserer Vorherrschaft.”

(Quelle: Allan Nevins, „Henry White – Thirty Years of American Diplomacy„, New York: Harper Bros., 1930, pp. 257-258)

 

Von Bertolt Brecht ist folgende Aussage aus der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg dokumentiert:

Das große Karthago führte drei Kriege. Nach dem ersten war es noch mächtig. Nach dem zweiten war es noch bewohnbar. Nach dem dritten war es nicht mehr aufzufinden.

(Quelle: gutzitiert.de, Offener Brief an die deutschen Künstler und Schriftsteller, 1951)

 

Dies war als eine Allegorie an die – nach gängiger und bis heute gültiger Nachkriegsauffassung – von Deutschland entfachten zwei Weltkriege gedacht und quasi eine Warnung an künftige deutsche Generationen, keinen weiteren Weltkrieg vom Zaun zu brechen, da sonst neben allem anderen Unheil, von Deutschland, wie vom historischen Karthago, nichts mehr übrig bleiben würde.

Aber welche Wahl hatte das Deutsche Kaiserreich und welche das antike Karthago?

264 v. Chr. brach Rom das Abkommen und marschierte unter einem fadenscheinigen Vorwand in Sizilien ein, der Erste Punische Krieg, so die römische Bezeichnung, war zielgerichtet vom Zaun gebrochen.

(Quelle: tagesspiegel.de; „Karthago: Eine Großmacht wird vernichtet“; 20.05.2010)

 

Der römische Staatsmann Cato der Ältere schloss in der Zeit vor dem dritten und letzten römisch-karthagischen Krieg alle seine Reden im römischen Senat mit dem Satz:

 

„Im Übrigen bin ich der Meinung, dass Karthago zerstört werden muss“

 

 

Karthago wurde schließlich im Dritten Punischen Krieg vernichtend geschlagen und dem Erdboden gleichgemacht. Was wir heute über Karthago wissen, wissen wir beinahe ausschließlich über römische Quellen.

2010-05-20 TAGESSPIEGEL_Karthago_Eine_Großmacht_wird_vernichtet_Wissen_Tagesspiegel

(Quelle: tagesspiegel.de; „Karthago: Eine Großmacht wird vernichtet“; 20.05.2010)

 

Die in London von 1855 bis 1938 wöchentlich erscheinende Zeitung Saturday Review begann in den 1890er Jahren gegen Deutschland gerichtete Artikel zu veröffentlichen, die wiederholt mit dem Spruch endeten:

 

„Germania est delendam / Germaniam essem delendam“

(Deutschland muss zerstört werden)

 

 

 

 

03

(Saturday Review 11. November 1897)

 

I piani alleati per l_annientamento del popolo tedesco. A cura di Claus Nordbruc 2

(Quelle: cieliparalleli.com; Saturday Review 11. November 1897)

 

Der US-Amerikaner Pat Buchanan war Berater (senior advisor) dreier republikanischer US-Präsidenten: Richard Nixon, Gerald Ford und Ronald Reagan.

Dass er anschließend weder von George Bush dem Älteren noch von George W. Bush als Berater nominiert wurde, überrascht nicht, wenn man weiß, dass Buchanan sowohl der NATO-Osterweiterung als auch dem Irakkrieg von 2003 ablehnend gegenüberstand, wie überhaupt einer konfrontativen US-Außenpolitik in Nahost und gegenüber Russland.

 

Im Mai 2008 veröffentlichte er sein Buch:

Churchill, Hitler and the Unnecessary War: How Britain Lost Its Empire and the West Lost the World

 

Die Bezeichnung „unnecessary war“ (unnötiger Krieg) für den Zweiten Weltkrieg ist auf eine gleichlautende Äußerung Churchills zurückzuführen, wie Buchanan gleich in der Einleitung seines Buches herausstellt.

0170 chapter 0 introduction unnecessary war

INTRODUCTION

0170 chapter 0 introduction unnecessary war sources

 

Buchanan beschreibt die Situation der europäischen Großmächte vor dem Ersten Weltkrieg dergestalt, dass Deutschland als gesättigte Macht wenig von einem kommenden Krieg zu gewinnen hatte. Im Gegensatz hierzu waren sowohl Frankreich als auch Russland expansionistisch, d.h. auf innereuropäischen Macht- und Gebietszuwachs ausgelegt.

0356 chapter 1 satiated power

CHAPTER 1

 

Der Deutsche Kaiser wollte nichts weiter als gute Beziehungen zu Großbritannien, scheiterte hierbei aber aufgrund der zunehmenden Deutschfeindlichkeit der Britischen Staatsmänner.

0375 chapter 1 only good relations with Britain

CHAPTER 1

 

Edward Grey, britischer Außenminister von 1905 bis 1916, war bis ins Mark deutschfeindlich und er überzeugte seine französischen Gesprächspartner bereits kurz nach seinem Amtsantritt als Außenminister, dass Großbritannien bereit ist mit Frankreich gegen Deutschland in den Krieg zu ziehen, um Frankreich in der Folge in seinem konfrontativen Kurs gegenüber Deutschland zu bestärken.

0562 chapter 1 Edward Grey

CHAPTER 1

 

Dieser Krieg war in seinem konzeptionellen Beginn ein wirtschaftlicher und ein industrieller Krieg

Die deutschen Bankiers, die deutschen Kaufleute und die deutschen Industriellen wollten diesen Krieg nicht. Sie waren dabei die Welt ohne Krieg zu erobern, und sie wussten, dass solch ein Krieg ihre Pläne verderben würde.

US-Präsident Woodrow Wilson im Spätsommer 1919

 

0981 chapter 2 Germany did not want this war

CHAPTER 2

0981 chapter 2 Germany did not want this war sources

 

Schließlich räumt Buchanan das Klischee des angeblich militaristisch ausgerichteten Deutschen Reiches beiseite.

Im Zeitraum von 1815 bis 1914 führte Deutschland (bzw. Preussen) weniger Kriege als Frankreich und Russland und deutlich weniger als England.

In der Periode von der Reichsgründung im Jahre 1871 bis zum Ausbruch des Ersten Weltkrieges führte das Deutsche Reich keinen einzigen Krieg!

Dies hindere allerdings britische Historiker bis zum heutigen Tage nicht daran Deutschland als den butcher-bird (die Würgekrähe) Europas zu bezeichnen.

1142 chapter 3butcher-bird of europe

CHAPTER 2

 

Winston Churchill war bereits zum Ausbruch dieses Krieges eine Schlüsselfigur.

1259 chapter 2

CHAPTER 2

1259 chapter 2 sources

 

Ein bemerkenswerter Aspekt an Buchanans Buch ist die Darlegung der verbitterten Enttäuschung der (mehr oder weniger) einfachen US-Amerikaner, als sie nach dem Krieg erkennen mussten der britischen Gräuelpropaganda auf dem Leim gegangen zu sein und die US-Amerikanischen Soldaten letztlich nur für die geopolitischen Interessen des Britischen Imperiums missbraucht wurden.

1823 chapter 3 America's bitterness

CHAPTER 3

 

Bei der von den angelsächsischen Entscheidungsträgern planmäßig herbeigeführten Versenkung des Königlich Britischen Postschiffes und Passagierdampfers Lusitania durch die deutsche Marine, hatte Winston Churchill ebenfalls seine Finger im Spiel.

1972-10-30 SPIEGEL_LUSITANIA_AFFÄRE_Schmutziges_Geschäft_DER_SPIEGEL_45_1972

(Quelle: Der SPIEGEL; „LUSITANIA-AFFÄRE“ Schmutziges Geschäft; 30.10.1972)

 

 

Grosser_Bilderatlas_des_Weltkrieges_-_Lusitania 3

Warnung der Deutschen Botschaft in den USA

 

2854 chapter 6 the merchants of death

CHAPTER 6

3901 photo insert

PHOTO INSERT

 

Am 7. Mai [Anm.: 1919] werden die von den 27 Siegern festgelegten Bedingungen erstmals der deutschen Delegation eröffnet. Der Franzose Clemenceau überreicht sie mit den Worten: „Die Stunde der Abrechnung ist da“. „Abrechnung“ statt „gerechter und fairer Verträge“, wie Wilson das exakt fünf Monate zuvor verkündet hatte, um das Deutsche Reich zu einem Waffenstillstand zu bewegen. Die Bitte der deutschen Delegierten, den „Vertrag“, den sie nun unterschreiben sollen, vorher zu verhandeln, wird abgelehnt.

(Quelle: Gerd Schultze-Rhonhof: „1939: Der Krieg der viele Väter hatte“; S.62/63)

 

2004-03-30_Das_Kriegsende_Der_Unfriede_von_Versailles_SPIEGEL_ONLINE

(Quelle: SPIEGEL.de; 30.03.2004)

 

Eine Denkschrift des Reichsgesundheitsamts vom 16. Dezember 1918 bezeichnete die britische Seeblockade als völkerrechtswidrig. Sie schrieb ihr den Tod von 763.000 Menschen der Zivilbevölkerung […] zu.

(Quelle: de.wikipedia.org/Seeblockade)

 

Die englische Seeblockade zur Aushungerung der Deutschen wurde über den Waffenstillstand vom 11. November 1918 hinaus, bis zur Unterzeichnung des Versailler „Vertrages“ aufrechterhalten. Dies hatte den Tod von weiteren hunderttausenden Deutschen zur Folge.

 

Öffentliche Stellungnahme von Reichsaußenminister Ulrich Graf von Brockdorff-Rantzau nach der Überreichung des Vertragswerkes in Versailles am 7. Mai 1919:

… wir kennen die Wucht des Hasses, die uns hier entgegentritt, und wir haben die leidenschaftliche Forderung gehört, daß die Sieger uns zugleich als Überwundene zahlen lassen und als Schuldige bestrafen sollen.

Es wird von uns verlangt, daß wir uns als die allein Schuldigen bekennen; ein solches Bekenntnis wäre in meinem Munde eine Lüge. Wir sind fern davon, jede Verantwortung dafür, daß es zu diesem Weltkriege kam, und daß er so geführt wurde, von Deutschland abzuwälzen …

…, aber wir bestreiten nachdrücklich, daß Deutschland, … , allein mit der Schuld belastet ist.

Die Hunderttausende von Nichtkämpfern, die seit dem 11. November [Anmerkung: 11. Nov. 1918; Datum des Waffenstillstandes] an der Blockade zugrunde gingen, wurden mit kalter Überlegung getötet, nachdem für unsere Gegner der Sieg errungen und verbürgt war. Daran denken Sie, wenn Sie von Schuld und Sühne sprechen.

(Quelle: planet-wissen.de; „Ulrich Graf von Brockdorff-Rantzau, Dokumente. Charlottenburg 1920“ ; 19.01.2017)

 

1507 chapter 3 “A Poisonous Spirit of Revenge”

CHAPTER 3 – “A Poisonous Spirit of Revenge” (P. Buchanan: „Hitler, Churchill and The Unnecessary War“)

 

Auszug aus einer Rede des Reichskanzlers Theobald von Bethmann Hollweg zu den Kriegszielen des Deutschen Kaiserreichs aus dem Mai 1917, eineinhalb Jahre vor dem Ende des Ersten Weltkrieges:

Was ich im Laufe des Krieges über unsere Kriegsziele ohne Schaden sagen zu können glaubte, habe ich hier im Reichstage wiederholt gesagt, und an diesen Grundlagen habe ich festgehalten und halte fest bis heute, und diese Grundlagen sind auch in unserem Friedensangebot vom 12. Dezember zum Ausdruck gekommen …

Die alleinige Richtschnur unserer Politik ist die baldige glückliche Beendigung des Krieges. Jetzt gebietet die gesamte Lage zu schweigen, und davon lasse ich mich auch nicht abbringen. Bei unseren westlichen Gegnern ist von Friedensbereitschaft noch nichts zu merken, noch keine Spur einer Preisgabe ihrer ausschweifenden Eroberungs- und Vernichtungsabsichten

Soll ich andererseits ein Eroberungsprogramm aufstellen? Auch das lehne ich ab. Wir sind nicht aus Eroberungssucht ausgezogen, sondern um das Dasein und die Zukunft unseres Volkes fest zu sichern.

Reichskanzler Theobald von Bethmann Hollweg im Reichstag im Mai 1917 (Quelle: Frankfurter Zeitung vom 15. Mai 1917)

 

 

Reichsministerpräsident Philipp Scheidemann (SPD) im Mai 1919 zu den Bedingungen des „Versailler Vertrages“:

Lassen Sie mich ganz ohne taktisches Erwägen reden: was unseren Beratungen zugrunde liegt, dieses dicke Buch (auf die Friedensbedingungen weisend), in dem hundert Absätze beginnen: „Deutschland verzichtet – verzichtet – verzichtet“, dieser schauerliche und mörderische Hexenhammer, mit dem einem großen Volk das Bekenntnis der eigenen Unwürdigkeit, die Zustimmung zur erbarmungslosen Zerstückelung, das Einverständnis mit Versklavung und Helotentum abgepreßt und erpreßt werden soll …

Ich will Ihnen nicht alle die großen und kleinen Schlingen nachweisen, in deren Gesamtheit sich ein großes Volk zu Tode verstricken soll, getreu dem Worte der „Times“:

Wenn Deutschland in den nächsten 50 Jahren wieder Handel zu treiben beginnt, ist dieser Krieg umsonst geführt worden.“

(Auszug aus der Rede von Reichsministerpräsident Philipp Scheidemann (SPD) in der Nationalversammlung vom 12. Mai 1919)

 

Der Vertrag von Versailles sollte gar keinen Friedenszustand begründen, sondern die Machtverhältnisse derart regeln, daß das Ziel jederzeit mit neuen Forderungen und Maßnahmen gesichert werden konnte. Daher die Auslieferung der Kolonien, der Handelsflotte, die Beschlagnahme der Bankguthaben, Besitzungen, Patente in allen Ländern, die Abtrennung von Industriegebieten wie Oberschlesien und das Saarland, die Einführung der Republik von der man mit Recht eine Untergrabung der Industrie durch die allmächtig gewordenen Gewerkschaften erwartete, und endlich die Reparationen, die wenigstens im Sinne Englands keine Kriegsentschädigung sein sollten, sondern eine dauernde Belastung der deutschen Wirtschaft bis zu deren Erliegen.“

(Quelle: Oswald Spengler: Jahre der Entscheidung; 1933; PDF_S. 37)

 

Noch niemals ist ein ernstlicher und dauerhafter Friede auf die Ausplünderung, die Quälerei und den Ruin eines Besiegten, geschweige denn auf den eines besiegten großen Volkes gegründet worden. Und dies und nichts anderes ist der Vertrag von Versailles!

Zitat von Francesco Nitti aus dem Jahr 1924, Ministerpräsident Italiens 1919-1920; (Quelle: Gerd Schultze-Rhonhof: „1939: Der Krieg der viele Väter hatte“; S.69)

 


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